Mit einer Gedenkveranstaltung ist in Lettland an den Massenmord an europäischen Juden vor 80 Jahren erinnert geworden. In einer als «Brücken der Erinnerung» bezeichneten Live-Schaltung mit zahlreichen Städten aus Deutschland, Österreich und Tschechien wurde am Bahnhof Skirotava am Montagabend der nach Riga deportierten Opfer gedacht. Dort war am 29. November 1941 der erste Deportationszug aus Berlin mit 1053 Menschen eingetroffen, die in dem von Nazi-Deutschland besetzten Lettland getötet wurden.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht beim Denkmal für zivile Opfer der deutschen Massaker in Korjukiwka. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht beim Denkmal für zivile Opfer der deutschen Massaker in Korjukiwka. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Riga war im Zweiten Weltkrieg Ziel und zentraler Ort der ersten Massenverschleppungen von Juden.

Vom November 1941 bis zum Winter 1942 wurden mehr als 25 000 Juden aus Deutschland, Österreich und Tschechien in die lettische Hauptstadt deportiert. Zum Gedenken an die Opfer entzündeten die Botschafter der drei Länder zusammen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und der Stadt Riga Kerzen und gedachten ihnen in einer gemeinsamen Schweigeminute.

Bei winterlichem Wetter hatten sie zuvor in einer Live-Schaltung mit Vertretern einiger der Städte des Riga-Komitees gesprochen. In der kommunalen Erinnerungsgemeinschaft haben sich mehr als 60 Städte vereint, aus denen damals die Sammeltransporte von Juden nach Riga abgingen. Das Komitee wurde im Jahr 2000 gegründet. Daran beteiligt ist auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Das heutige baltische EU-Land war im Zweiten Weltkrieg abwechselnd von der Sowjetunion und Nazi-Deutschland besetzt worden. Während der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 ermordeten die Nationalsozialisten und einheimische Helfer mehr als 70 000 lettische Juden.

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