Angesichts explodierender Lebenshaltungskosten will die britische Regierung Energieunternehmen mit einer Sondersteuer belegen und Konsumenten entlasten. Der Plan, den Finanzminister Rishi Sunak am Donnerstag im Parlament in London vorlegte, sieht vor, dass durch die vorübergehende Abgabe im Laufe des kommenden Jahres 5 Milliarden Pfund in die Staatskasse gespült werden.
Boris Johnson
Der britische Premierminister Boris Johnson. - dpa

Öl- und Gasunternehmen müssen demnach ihre Gewinne mit 25 Prozent versteuern. Freibeträge soll es für Investitionen geben. Die Steuer solle solange erhoben werden, bis die Energiepreise wieder ein normales Niveau erreichen, sagte der Schatzkanzler.

Haushalte sollen im Gegenzug in diesem Jahr um 400 Pfund entlastet werden. Acht Millionen Rentner sollen darüber hinaus mit 300 Pfund unterstützt werden. Für bestimmte Sozialhilfeempfänger soll es eine weitere Entlastung von 650 Pfund geben.

«Wir müssen sicherstellen, dass für diejenigen, für die es zu schwierig wird und deren Risiken zu hoch sind, Unterstützung da ist», sagte der konservative Politiker. Sunak fügte hinzu: «Diese Regierung wird nicht Däumchen drehen, während in unserem Land die Gefahr herrscht, dass manche so sehr unter die Räder kommen, dass sie sich nie wieder erholen.»

Die Energiepreise in Grossbritannien sind zum 1. April wegen der Anhebung des staatlichen Preisdeckels massiv in die Höhe geschossen. Eine weitere Erhöhung wird im Oktober erwartet. Der Aufsichtsbehörde Ofgem zufolge müssen britische Haushalte dann mit einer durchschnittlichen Strom- und Gasrechnung von 2800 Pfund im Jahr rechnen.

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