Bregenzer Festspiele starten mit «La traviata» in 80. Ausgabe
Die Bregenzer Festspiele starten mit Verdis «La traviata» auf der spektakulären Seebühne in ihre 80. Ausgabe. Alle Aufführungen auf dem Bodensee sind seit Monaten ausverkauft.

Wer in diesem Sommer noch eine Karte für die Seebühne der Bregenzer Festspiele sucht, hat kaum noch Chancen. Die Vorstellungen von Giuseppe Verdis Oper «La traviata» sind seit Monaten ausverkauft. Die Oper feiert an diesem Mittwoch (22. Juli) ihre grosse Premiere vor Tausenden Zuschauern.
Mit «La traviata» beginnt die 80. Ausgabe des Festivals. Die Oper basiert auf dem Roman «Die Kameliendame» von Alexandre Dumas dem Jüngeren. Sie erzählt die Geschichte der Kurtisane Violetta, die an Tuberkulose erkrankt, sich zwischen Liebe und gesellschaftlichen Erwartungen entscheiden muss. Gesungen wird auf Italienisch, der Text wird auf Bildschirmen für das Publikum übersetzt.
Für das neue Stück ist eine riesige, zersplitterte Spiegelwand entstanden, die Verletzlichkeit und drohendes Unheil symbolisieren soll. Rund 700 Quadratmeter Spiegelfläche aus 86 Elementen formen das Bühnenbild, von dem grosse Teile beweglich sind und als Projektionsfläche dienen.
Bis Ende August werden auf der Seebühne rund 188'000 Besucherinnen und Besucher zu 28 Aufführungen erwartet. Etwa 6700 Menschen verfolgen jede Vorstellung unter freiem Himmel. Hinter den Kulissen kümmern sich Dutzende Mitarbeiter darum, dass die Aufführungen trotz Wind, Regen oder Gewitter reibungslos ablaufen.
Nach jeder zweijährigen Spielserie wird die Seebühne nahezu vollständig zurückgebaut und für die nächste Produktion neu errichtet. In den vergangenen beiden Spielzeiten wurde Carl Maria von Webers «Der Freischütz» gespielt.
Die Bregenzer Festspiele sind für ihre monumentalen Bühnenbilder weltweit bekannt. Gespielt wird auf einer Bühne, die direkt im See steht. Für den James-Bond-Film «Ein Quantum Trost» diente sie 2008 sogar als Kulisse. Während der Fussball-Europameisterschaft verwandelte sie sich im selben Jahr in ein EM-Studio.
Als die Bregenzer Festspiele 1946 erstmals stattfanden, wurde Wolfgang Amadeus Mozarts Jugendwerk «Bastien und Bastienne» aufgeführt – als «Spiel auf dem See» auf zwei Kieskähnen auf dem Bodensee. In den folgenden 80 Jahren hat sich die Nutzung des Bodensees als Bühne sich als durchschlagender Erfolg erwiesen.










