Hitze belastet wegen Klimakrise immer mehr Beschäftigte
Die Hitze wird am Arbeitsplatz zum Problem. Eine neue ÖGB-Erhebung zeigt, dass fast zwei Drittel der Beschäftigten darunter leiden.

Steigende Temperaturen durch die Klimakrise wirken sich zunehmend auf die Arbeitswelt aus. Knapp zwei Drittel der Beschäftigten leiden laut einer ÖGB-Befragung oft oder fast täglich unter hohen Temperaturen.
An der laufenden Online-Umfrage des Österreichischen Gewerkschaftsbunds haben sich bisher rund 2400 Beschäftigte beteiligt. Wie «Der Standard» berichtet, betrifft die Hitzebelastung inzwischen zahlreiche Branchen und nicht nur typische Arbeiten im Freien.
Rund drei von zehn Beschäftigten arbeiten demnach bei Temperaturen von 33 Grad oder mehr. Elf Prozent der Befragten geben an, ihre Arbeit sogar bei über 36 Grad verrichten zu müssen.
Hitze erhöht Unfallrisiko und senkt Leistung
Hohe Temperaturen können die Sicherheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz beeinträchtigen. Laut der ÖGB-Auswertung steigt die Unfallgefahr bereits bei 32,5 Grad um sechs Prozent.
Ab 35 Grad sind laut den Ergebnissen Leistungseinbussen von bis zu 50 Prozent möglich. Nur sieben Prozent der Befragten arbeiten demnach unter angenehmen oder empfohlenen Temperaturen.
Die Belastung betrifft verschiedene Berufsgruppen und nicht nur Beschäftigte auf Baustellen. Die «GMX» schreibt, dass Hitze mittlerweile quer durch zahlreiche Branchen zu einer Herausforderung geworden ist.
Schutzmassnahmen gegen Hitze am Arbeitsplatz
Auch Innenräume können bei hohen Temperaturen problematisch werden. Arbeitgeber müssen deshalb prüfen, welche Schutzmassnahmen für ihre Beschäftigten notwendig sind.
Ein allgemeiner Anspruch auf Hitzefrei besteht nicht. Laut der «Ad-Hoc-News» müssen Unternehmen bei hohen Temperaturen jedoch Massnahmen ergreifen, um die Belastung am Arbeitsplatz zu reduzieren.
Bereits ab 26 Grad Raumtemperatur werden Schutzmassnahmen empfohlen. Dazu gehören unter anderem Sonnenschutz, bessere Lüftung, angepasste Arbeitszeiten oder gelockerte Kleidervorschriften.
Ab 30 Grad müssen Arbeitgeber gegen Hitze handeln
Ab 30 Grad sind der «Ad-Hoc-News» zufolge konkrete Schutzmassnahmen erforderlich. Überschreitet die Raumtemperatur 35 Grad, gelten Arbeitsräume ohne zusätzliche technische oder organisatorische Lösungen grundsätzlich als ungeeignet.
Viele Beschäftigte wünschen sich zusätzliche Unterstützung gegen die Hitze. Rund 63 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ÖGB-Befragung sprechen sich für Hitzebeauftragte in Unternehmen aus.

Eine Kühlung am Arbeitsplatz wünschen sich 56 Prozent. Mehr als die Hälfte fordert zudem die Einbindung des Betriebsrats sowie Sonnenschutzfolien.
Schweizer Firma verkürzt bei Hitze Arbeitstage bei vollem Lohn
Auch in der Schweiz reagieren Unternehmen auf die zunehmende Belastung durch Hitze am Arbeitsplatz. Wie das «SRF» berichtet, verkürzt die Allschwiler Gebäudeunterhaltsfirma Zweipack bei Temperaturen über 30 Grad die täglichen Arbeitszeiten.
Die 17 Mitarbeitenden arbeiten dann statt 8,4 nur noch sechs Stunden pro Tag. Trotz der verkürzten Arbeitszeit erhalten sie weiterhin den vollen Lohn.
Geschäftsleiter Mischa Blattner begründet die Massnahme mit der sinkenden Leistungsfähigkeit während grosser Hitze. Besonders am Nachmittag seien die Mitarbeitenden erschöpft und weniger konzentriert.
Hitze erhöht Unfallrisiko für Beschäftigte im Freien
Betroffen sind vor allem Beschäftigte, die ihre Arbeit im Freien erledigen. Dazu gehören unter anderem Gartenarbeiten, technische Dienstleistungen und Reinigungsarbeiten.
Auch die Schweizer Unfallversicherung Suva weist auf die Risiken hoher Temperaturen hin. Laut dem «SRF» steigt bei 30 Grad das Unfallrisiko am Arbeitsplatz um rund sieben Prozent.

Einen generellen Anspruch auf Hitzefrei gibt es in der Schweiz allerdings nicht. Arbeitgeber müssen jedoch Massnahmen treffen, um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu schützen.












