Hundstage: Jetzt droht uns noch mehr Trockenheit !

Sina Barnert
Sina Barnert

Zürich,

In der Schweiz ist es diesen Sommer zu heiss und zu trocken. Doch die Hundstage stehen uns erst noch bevor. Wird die Wetterlage in dieser Zeit noch prekärer?

Trockenheit
In der Schweiz ist es zu heiss und zu trocken. Doch: Die Hundstage stehen uns noch bevor. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Schweizer Sommer ist bis anhin zu heiss und zu trocken.
  • Die Hundstage – traditionell am heissesten und trockensten – stehen noch bevor.
  • In dieser Zeit könnte es weitere Hitzerekorde geben. Die Trockenheit soll anhalten.

Die Schweiz ächzt seit Wochen unter Hitzewellen und Trockenheit.

Bereits früh im Jahr purzelten mehrere Temperaturrekorde. Zudem fehlt auch der Niederschlag, was zu Trockenheit und hoher Brandgefahr führt.

Die Lage ist mittlerweile so ernst, dass bereits neun Kantone ein absolutes Feuerverbot erlassen haben. In allen weiteren Kantonen gilt ein Feuerverbot im Wald.

Auch die Schweizer Gewässer leiden. Vielerorts sind die Pegelstände ungewöhnlich tief. Einzelne Gemeinden haben auch schon zum Wassersparen aufgerufen.

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Kieselsteine statt Fluss: Drohnenbilder zeigen, wie trocken es schon ist In der Schweiz. (Video vom 8. Juli 2026) - Nau.ch / Nico Leuthold

Doch die sogenannten Hundstage stehen der Schweiz erst noch bevor. Sie stehen zwischen dem 23. Juli und 23. August an.

Es ist traditionell die Zeit im Jahr, in der es hierzulande am heissesten und trockensten ist. In dieser Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit für Hitze und sonniges Hochsommerwetter an.

Für den ohnehin schon heissen und trockenen Schweizer Sommer bedeutet das nichts Gutes.

«Wird zu warm bleiben»

Gegenüber Nau.ch sagt Meteoschweiz dazu: «Während der Hundstage könnten weitere Hitzerekorde fallen. Denn es ist die perfekte Jahreszeit dafür.»

Zwar gebe es aktuell keine Anzeichen für eine erneute Hitzewelle in der Schweiz. Doch Prognosen seien auf einen solch langen Zeitraum hinaus schwierig.

Bereiten dir die Hitzewellen Mühe?

Doch: «Es wird insgesamt zu warm bleiben.»

Und auch Hydrologe Andri Bryner mahnt vor möglichen weiteren Rekorden, denn: «Sowohl die Luft- als auch die Wassertemperaturen können weiter steigen.»

«Sind mit sehr tiefen Werten ins Jahr gestartet»

Mehr zu schaffen als eine mögliche Hitzewelle mache der Schweiz jedoch aktuell die andauernde Trockenheit. «Die Trockenheit ist besorgniserregend und mittelfristig wohl gravierender als einzelne Hitzerekorde», so der Medienverantwortlichen an der Eawag, dem ETH-Wasserforschungsinstitut.

Das Problem dabei: «Wir sind schon mit sehr tiefen Werten ins Jahr gestartet», so Bryner.

«Ausser im Februar fiel auf der Alpennordseite sehr wenig Niederschlag. Der April, dann wenn die Vegetation viel Wasser zehrt, war in vielen Regionen der niederschlagärmste Monat seit Messbeginn um 1864.»

Dazu komme, dass es kaum Schneereserven gegeben habe. Und auch der Juni sei heiss und trocken gewesen. Mancherorts sei nur die Hälfte des durchschnittlichen Niederschlags gefallen.

«Pegel könnten weiter zurückgehen»

Ein Problem, das sich während der Hundstage noch zuspitzen dürfte, benennt das Bundesamt für Umwelt (Bafu): «Die hydrologischen Prognosen zeigen, dass die Wasserstände und Abflüsse der Schweizer Gewässer auf sehr tiefem Niveau bleiben. Und tendenziell weiter sinken werden.»

Die Situation könne sich bei anhaltender Trockenheit weiter verstärken, so das Bafu. «Die Pegel der Flüsse und Seen könnten weiter zurückgehen.»

Trockenheit
Die Trockenheit wird in den nächsten Wochen wohl bestehen bleiben. Die Pegelstände der Flüsse und Seen werden weiter sinken. - keystone

Für eine nachhaltige Entspannung der Lage brauche es «flächendeckende und ergiebige Niederschläge», heisst es beim Bafu. Doch genau diese bleiben wohl aus.

Meteoschweiz meint dazu: «Die Trockenheit bleibt bestehen. Am Wochenende wird es vereinzelt Regen und Gewitter geben. Doch diese Niederschläge können die Trockenheit nicht beheben.»

«Bräuchte anhaltende Landregen-Perioden»

Die aktuelle Lage bereite ihm Kopfzerbrechen, gibt derweil Hydrologe Bryner zu Bedenken. «2026 kann nicht mehr als Einzelfall eingestuft werden.»

Denn: «Seit 2003 folgten mit 2011, 2015, 2018 und 2022 weitere Trockenjahre. Und 2025 war zwar insgesamt nicht besonders trocken, figuriert aber unter den vier heissesten Jahren seit Messbeginn.»

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Nicht nur heuer, sondern auch in vergangenen Jahren (hier ein Bild aus dem August 2022) war es in der Schweiz viel zu trocken. - keystone

Einzelne Regenfälle oder Gewitter könnten das herrschende Wasserdefizit nicht mehr auffüllen, findet auch Bryner. «Es bräuchte nun anhaltende Landregen-Perioden.»

Das Problem: «Es besteht die Gefahr, wie am letzten Donnerstag, dass zwar lokal hohe Niederschlagsmengen fallen. Diese können aber wegen der Intensität von den trockenen Böden gar nicht aufgenommen werden.»

Grundwasser muss im Auge behalten werden

So fliesse das wertvolle Nass viel zu rasch ab. Das führe im ungünstigsten Fall zu Hochwasserschäden, denn: «Rückhaltemassnahmen sind erst angedacht, aber vielerorts noch nicht umgesetzt worden.»

Besonders beobachten müsse man in der aktuellen Lage das Grundwasser, so der Hydrologe. «Aus ihm beziehen wir 80 Prozent des Trinkwassers.»

Spürst du die Trockenheit?

Diese grossen Reserven würden sehr träge reagieren. «Die Pegel sind bereits tief und mehrheitlich sinkend. Fallen sie sehr tief, benötigt eine Regeneration Monate bis Jahre.»

Bryner warnt: «Neben der Menge kann dann auch die Qualität des Grundwassers betroffen sein.» Das hätten Analysen nach dem Hitzesommer 2003 gezeigt.

Kommentare

User #4819 (nicht angemeldet)

Hinweis: Nicht nur der Hundstag, auch mein Humor ist knochentrocken!

User #2333 (nicht angemeldet)

Das Verschwinden der Gletscher ist mein linkeS Problem da ich mehr Zuwanderung begrüsse.

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