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Billionen-Etat: Mehrheit im EU-Parlament dagegen

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Belgien,

Das Europaparlament lehnt den Vorschlag der EU-Kommission für den nächsten mehrjährigen Gemeinschaftshaushalt mehrheitlich ab.

Europaparlament
Das Europaparlament stimmt dem Vorschlag der EU-Kommission für den kommenden mehrjährigen Haushalt überwiegend nicht zu. (Symbolbild) - afp

Eine Mehrheit des Europaparlaments lehnt den Vorschlag für den nächsten langjährigen Gemeinschaftshaushalt der EU-Kommission ab.

Der Vorschlag garantiere nicht, dass die Bedürfnisse der Regionen abseits der Hauptstädte abgedeckt werden. Ausserdem verzerre er den EU-Binnenmarkt sowie den fairen Wettbewerb im Agrarsektor, schreiben die Vorsitzenden mehrerer Fraktionen in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und fordern Änderungen. Das Europäische Parlament könne den Vorschlag so nicht als Grundlage für Verhandlungen akzeptieren.

Unterzeichnet wurde der Brief von den Fraktionsvorsitzenden der konservativen EVP, Manfred Weber, der sozialdemokratischen S&D, Iratxe García, der liberalen Renew, Valérie Hayer, und der Grünen, Terry Reintke und Bas Eickhout, sowie den jeweiligen Haushalts-Verhandlern der Fraktionen. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor.

Grosse Fraktionen im Europaparlament fordern mehr Solidarität

Wenn jeder Mitgliedsstaat eigene Pläne mache und grosse Geldbeträge nicht klar zugeteilt seien, führe das zu Zersplitterung und weniger Solidarität, kritisieren sie. Gemeinsam haben die Fraktionen 454 der insgesamt 720 Sitze im Europaparlament.

Der nächste mehrjährige Haushalt soll nach Willen der EU-Kommission rund 2 Billionen Euro (etwa 1,85 Billionen Franken) umfassen – das sind rund 700 Milliarden Euro mehr als derzeit für die laufende siebenjährige Budgetperiode veranschlagt sind. Während es bislang mehrere Töpfe für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) und für die Strukturförderung schwach entwickelter Regionen gibt, soll es nach Willen der Kommission künftig lediglich einen grossen Fonds dafür geben.

Die Parlamentarier mahnen, mit der Zusammenlegung der Politikbereiche verliere jeder einzelne an Bedeutung. Ein eigenes Budget für jeden Bereich würde den Empfängern von EU-Geldern mehr Sicherheit und Verlässlichkeit geben. Weiter fordern sie, dass die Strukturförderungspolitik nicht nur von den nationalen Regierungen geplant und umgesetzt werden darf.

Darüber hinaus heisst es: «Ein gleiches Wettbewerbsumfeld für Landwirte muss gewahrt bleiben – anstelle des derzeitigen Vorschlags mit minimalen gemeinsamen Regeln.»

Abgeordnete fordern mehr Mitbestimmung im EU-Haushalt

Die Abgeordneten fordern, bei der Genehmigung und Änderung der nationalen Pläne beteiligt zu werden, «ebenso an allen Entscheidungen über Flexibilitätsbeträge und Anpassungen an neue Prioritäten». Zudem wollen sie bei der Aufstellung des EU-Haushalts für die einzelnen Jahre eine stärkere Rolle spielen.

Das langfristige EU-Gemeinschaftsbudget, der sogenannte mehrjährige Finanzrahmen (MFR), wird mit einem besonderen Gesetzgebungsverfahren angenommen. Die EU-Länder müssen ihn einstimmig beschliessen und das Europaparlament muss zustimmen. Wird im Parlament die notwendige Mehrheit für eine Zustimmung nicht erreicht, gilt der Vorschlag als abgelehnt.

Kommentare

User #3280 (nicht angemeldet)

Man kann festhalten. Wird‘s eng schaut jeder für sich. Und es wir noch viel enger werden. Ob dies das Ende der EU Idee einläutet. Frankreich ist schon pleite und D marschiert geradeaus in die gleiche Richtung. Damit fallen die beiden grössten Nettozahler mehr oder weniger aus. Was mache nun die anderen Länder. Sie müssten eigentlich das Loch stopfen. Werden sie dies tun wollen und können. Ich bezweifle es. Da käme ja die Schweiz gerade recht als Blancomat.

User #3368 (nicht angemeldet)

Berühmte Salamitaktik. Wie ich lese, werden die neuen Verträge mit der EU strahlend und dankbar angenommen. Nun, das Volk hat noch mit zu entscheiden. Warum treten wir nicht ganz der EU bei, wenn wir doch Stück für Stück immer mehr von dieser desolaten Organisation übernehmen? Ja ja, wegen der Arbeitsplätze heisst es und wird uns immer mantramässig vorgelegt. Wohin viele Gelder fliessen bleibt bei diesem Verein auch unter der Decke. Als ob es nur die EU gäbe, die Welt ist gross und andere Länder würden sicher gerne die qualitativ guten Produkte der Schweiz kaufen, man muss sich nur darum bemühen. Wir sind gegen alle Beschlüsse mit der EU, weil diese Organisation nicht transparent ist und unsinnige Gesetze herausgelassen werden. Ich erinnere nur an den Plastikdeckel an den PET Flaschen. Man könnte meinen, es gibt keine anderen Probleme.

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