Bildungszentrum von Yad Vashem in München
Ein Bildungszentrum der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll in München entstehen. Zudem solle es eine Aussenstelle im ostdeutschen Leipzig geben, hiess es in einer Mitteilung von Yad Vashem.

«München wurde aufgrund seiner strategisch günstigen Lage und seiner Bildungslandschaft ausgewählt, was die Stadt zu einem idealen Standort für die Holocaust-Bildung macht», teilte die Gedenkstätte weiter mit. Es handelt sich den Angaben zufolge um den ersten Ableger von Yad Vashem in einem anderen Land. Die Holocaust-Gedenkstätte mit Sitz in Jerusalem ist die grösste der Welt.
Yad Vashem will mit dem Bildungszentrum eigenen Angaben zufolge «sein weltweites Engagement in der Holocaust-Bildung und Erinnerungsarbeit verstärken». Die Gedenkstätte erklärte: «Dies geschieht in einer Zeit, in der weltweit verzerrte Darstellungen der Geschichte des Holocaust zunehmen und der Antisemitismus sich weiter ausbreitet.»
Das Bildungszentrum soll die jüdische Perspektive in der deutschen Erinnerungskultur stärken. «Wir möchten mit dem Bildungszentrum ein grösseres Bild als bisher in den Dialog der Erinnerungskultur in Deutschland einbringen. Das wird vor allem Stimmen der Opfer beinhalten und weniger der Täter», sagte Yael Richler-Friedman, Pädagogische Direktorin des internationalen Instituts für Holocaust-Bildung von Yad Vashem, Ende vergangenen Jahres. Die deutsche Erinnerungskultur sei bisher von lokalen Geschichten geprägt gewesen.
Ziel sei es, im geplanten Bildungszentrum die Dimension des Massenmordes zu verdeutlichen. Besucher sollen dazu angeregt werden, sich mit den komplexen menschlichen Fragen hinter den Erfahrungen der Opfer auseinanderzusetzen. Das solle eine Reflexion der eigenen Identität anregen und Empathie kreieren. Seine Arbeit aufnehmen könnte das Zentrum in zwei bis drei Jahren.
Die kleinere Einrichtung in Leipzig soll interaktive Lernräume etablieren und ihre Angebote vor allem an Pädagogen und junge Menschen in der Region und in den Nachbarländern richten.
Laut der deutschen Bildungsministerin Karin Prien ist es auch Ziel der Einrichtung, den Kampf gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa weiter zu stärken. «Das Wissen über das, was war, ist wichtig, um das Übel in der Zukunft zu verhindern. Dabei wissen gerade junge Menschen in Deutschland zu wenig über die Shoah und die systematische Ermordung von Millionen Juden im Nationalsozialismus», sagte sie.
Der Leiter der Gedenkstätte, Dani Dayan, teilte mit: «Da wir uns immer weiter von der Ära der Zeitzeugenberichte entfernen, ist eine historisch fundierte Holocaust-Bildung wichtiger denn je.»










