Berlusconis Erben beenden Wohnhilfen für frühere Showgirls
Drei Jahre nach dem Tod von Silvio Berlusconi haben seine Erben sämtliche Wohn- und Unterstützungsleistungen für Frauen beendet, die der frühere italienische Ministerpräsident finanziell gefördert hatte, oder die in Sex-Skandale verwickelt waren. Zuletzt verlor die frühere Schauspielerin und ehemalige Abgeordnete von Berlusconis rechtskonservativer Partei, Fiorella Ceccacci Rubino, das Nutzungsrecht an einer Wohnung im Mailänder Stadtteil Lorenteggio.

Nach einem Rechtsstreit mit den Erben musste die ehemalige Parlamentarierin die Erdgeschosswohnung in einem gehobenen Wohnhaus in Mailand verlassen. Berlusconi hatte ihr die Wohnung nach ihrem Ausscheiden aus dem Parlament 2013 zur Verfügung gestellt.
Ähnliche juristische Auseinandersetzungen betreffen weitere zwei Showgirls. Beide wohnen nach eigenen Angaben unentgeltlich in Immobilien bei Mailand. Sie machen geltend, Berlusconi habe beabsichtigt, ihnen die Wohnungen zu schenken. Auch weitere drei Frauen verloren nach Angaben der Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» (Dienstagsausgabe) ihre bisherigen Wohnrechte.
Die Frauen gehören zu den Angeklagten im sogenannten Verfahren Ruby-ter. In dem Prozess wird 21 ehemaligen Teilnehmerinnen an exklusiven Partys in Berlusconis Villa bei Mailand Bestechung von Zeugen und Falschaussage vorgeworfen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Aussagen gegenüber der Justiz zu den sogenannten «Bunga Bunga»-Abenden in Berlusconis Anwesen.
Berlusconi hatte wiederholt erklärt, er wolle Frauen entschädigen, die durch die Ermittlungen und die umfangreiche Medienberichterstattung einen Rufschaden erlitten hätten. Nach Angaben italienischer Medien hinterliess er jedoch keine testamentarischen Regelungen, die eine Fortführung der finanziellen Unterstützung oder der unentgeltlichen Wohnungsüberlassungen vorgesehen hätten.
Die Entscheidung der Erben, die Leistungen einzustellen, wird den Berichten zufolge auch mit wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Gründen begründet. Die Gesellschaften, denen die Immobilien gehören, könnten dauerhaft ausbleibende Mieteinnahmen in den Bilanzen nur schwer rechtfertigen. Zu den Erben Berlusconis zählen fünf Kinder aus zwei Ehen, sein Bruder Paolo Berlusconi, seine letzte Partnerin Marta Fascina und sein Vertrauensmann Marcello Dell'Utri.










