Bayreuther Gedenkveranstaltung soll nun doch stattfinden

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Deutschland,

Nach scharfer Kritik an der Absage einer Gedenkveranstaltung für in der NS-Zeit verfolgte jüdische Musikerinnen und Musiker rudern die Bayreuther Festspiele zurück. Die Veranstaltung soll nun doch stattfinden, wie Festspielleiterin Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

ARCHIV - Der rote Teppich wird für die Eröffnung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele vor dem Festspielhaus auf dem Grünen Hügel befestigt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
ARCHIV - Der rote Teppich wird für die Eröffnung der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele vor dem Festspielhaus auf dem Grünen Hügel befestigt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa - Keystone/dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Wie ursprünglich geplant, soll das Gedenkkonzert mit dem Titel «Verstummte Stimmen» am Vormittag des 26. Juli, vor der Premiere der Oper «Rienzi», stattfinden, sagte Wagner der dpa.

Zuvor hatte die Geschäftsführung dem als Redner eingeladenen jüdischen Publizisten Michel Friedman mitgeteilt, die Veranstaltung müsse wegen «Sicherheitsbedenken» abgesagt werden. Der machte die Absage öffentlich und übte scharfe Kritik, in die weitere, wie Bayerns Kunstminister Markus Blume und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, einstimmten.

«Ich erwarte von der Festspielleitung, dass sie eine Lösung für die Veranstaltung findet und zeigt: Im Kampf gegen Antisemitismus stehen wir zusammen», sagte Blume am Donnerstag. Der Umgang der Festspiele mit diesem Thema «war leider mehr als unglücklich in den letzten Tagen».

Wie die «SZ» berichtete, entschuldigte Katharina Wagner sich bei Friedman für die Ausladung. Der Autor und Moderator hatte zuvor von einem «Offenbarungseid» und «Tod durch Selbstmord» gesprochen, Knobloch von einer «Bankrotterklärung». Die Entschuldigung nannte Friedman nun in der Zeitung «ernsthaft und glaubwürdig». Er sagte: «Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen.»

Der Komponist Richard Wagner (1813-1883), Gründer der Bayreuther Festspiele, verfasste antisemitische Schriften und äusserte sich auch immer wieder klar antisemitisch. Später galten die Festspiele als eng verflochten mit nationalistisch-völkischem Gedankengut und schliesslich mit dem Nationalsozialismus. Adolf Hitler war immer wieder Gast in Bayreuth.

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