Ballons aus Belarus dringen in Polens Luftraum ein
Mehrere Flugobjekte aus Richtung Belarus sind nach Angaben der polnischen Armee in den Luftraum über Polen eingedrungen. Nach Analysen des Flugverhaltens und der Geschwindigkeit habe es sich dabei höchstwahrscheinlich um Ballons gehandelt.

Sie seien vom Wind getragen worden, wie das Oberkommando der Streitkräfte auf der Plattform X mitteilte. Der Grenzschutz bestätigte auf X, dass es sich bei den ersten untersuchten Objekten um Schmugglerballons handele.
Der Vorfall ereignete sich den Angaben der Armee zufolge am Mittwoch zu nächtlicher Stunde. In der östlichen Region Podlachien gab es vorübergehend Einschränkungen für die zivile Luftfahrt. Eine Gefahr für die Sicherheit des Landes bestand demnach nicht.
Das EU- und Nato-Mitglied Polen hat seit Jahren ein angespanntes Verhältnis zu seinem östlichen Nachbarn Belarus. Das autoritär regierte Land ist ein Verbündeter Russlands. Polen und die Europäische Union beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Aussengrenze gebracht zu haben, um Druck auf den Westen auszuüben. Seit dem Sommer 2022 hatte Polen die Grenze zu Belarus mit einem 5,5 Meter hohen Zaun und einem elektronischen Überwachungssystem gesichert. Diese ist auch eine EU-Aussengrenze.
Ende des vergangenen Jahres waren vermehrt Wetterballons aus Belarus in den Luftraum über Litauen eingeflogen. Der Flughafen in der Hauptstadt Vilnius musste mehrfach geschlossen werden. Seit Dezember gilt in dem baltischen EU- und Nato-Land deshalb der Ausnahmezustand. Die Sonderregelung ermöglicht es den Behörden und der Armee, schneller auf die Luftraumverletzungen durch Ballons reagieren zu können. Die Ballons werden üblicherweise von Schmugglern eingesetzt, um Zigaretten aus Belarus illegal über die Grenze zu schicken.










