Aussenminister Wadephul sorgt mit Syrien-Vergleich für Empörung

    Maike Lindberg
    Maike Lindberg

    Deutschland,

    der deutsche Aussenminister Wadephul vergleicht Syrien mit dem zerstörten Deutschland 1945 und sorgt für heftige Kritik in der CDU/CSU-Fraktion.

    wadephul
    Der deutsche Aussenminister Wadephul hatte Syrien mit Deutschland nach dem Krieg 1945 verglichen und dafür grosse Kritik geerntet. - keystone

    Johann Wadephul (CDU) erntet für seine Aussagen zur Lage in Syrien starken Widerstand. Er behauptete, Syrien sehe schlimmer aus als Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg 1945.

    Das berichten mehrere Teilnehmer einer Bundestagsfraktionssitzung, zitiert «Bild». Wadephul betonte, dass wegen der enormen Zerstörungen in Syrien kaum Menschen würdevoll dort leben könnten.

    Er stellte deshalb die Rückkehr vieler syrischer Flüchtlinge infrage und kritisierte die Rückführungspläne, bestätigt die «Tagesschau».

    Ausserungen von Wadephul sorgen für Kritik

    Die Äusserungen stossen in der Union auf Empörung. Fraktionsvize Günter Krings widersprach und betonte, der Krieg sei beendet und Rückkehr zumutbar.

    Viele Abgeordnete bezeichneten Wadephuls Auftritt als desaströs und schlimm, berichtet der «Spiegel». Bundeskanzler Friedrich Merz bekräftigte die Unterstützung für die Rückkehr syrischer Flüchtlinge und die Rückführungen.

    wadephul
    Der deutsche Aussenminister Wadephul hat eine Debatte über die geplante Rückführung syrischer Flüchtlinge angestossen. - keystone

    Er lobte den deutschen Aussenminister für sein Ansehen in der Region. Er distanzierte sich aber von dessen Einschätzung zur Lebenssituation in Syrien, schildert die «Welt». Wadephul verteidigte sich mit Verweis auf seine Beobachtungen in Syrien.

    Er betonte, seine Kritik gelte nicht der Rückführung von Straftätern, sondern der freiwilligen Rückkehr der Flüchtlinge. Dennoch mehren sich Forderungen nach seinem Rücktritt, berichten die «Rundschau Online».

    Hintergrund und Folgen für die Debatte

    Der Vergleich Syriens mit dem zerstörten Deutschland stösst auf breite Ablehnung und stellt die Einheit der Union infrage. Wadephuls Aussagen werfen ein Schlaglicht auf die schwierige Debatte um Abschiebungen und Rückkehrperspektiven syrischer Geflüchteter.

    Sind Rückführungen nach Syrien in der aktuellen Lage zumutbar?

    Die Diskussion zeigt, wie sensibel das Thema Flüchtlingspolitik in der CDU/CSU bleibt. Auch wenn Wadephul auf seine Amtszeit und das «christdemokratische Kreuz» verwies, bleibt die Empörung gross.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5255 (nicht angemeldet)

    An der gesamten Küste konnte man die ganze Zeit noch Urlaub machen. Gekämpft wurde natürlich und zerstört auch, aber der Teil ist überschaubar. Abreisen! Alle!

    User #2836 (nicht angemeldet)

    Wo er recht hat, hat er recht. Aber alles in allem fehlt Annalena Baerbock durchaus. Sie war die kompetenteste Persone, welche die BRD bis jetzt in dem Amt für Aussenpolitik hatte.

    Weiterlesen

    Aussenminister Wadephul
    4 Interaktionen
    Frieden in Sicht
    Johann Wadephul
    1 Interaktionen
    Mission
    Johann Wadephul Bundestag
    19 Interaktionen
    Gaza-Krieg

    MEHR IN NEWS

    Zürich
    Zofingen AG
    1 Interaktionen
    Zofingen AG

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    1 Interaktionen
    Trotz China-Schwäche
    Ralf Schumacher
    4 Interaktionen
    Notbremsung
    DFB Pokal Bayern Dresden
    3 Interaktionen
    DFB-Pokal
    Vincent Kompany
    4 Interaktionen
    Diagnose da