Der Neustart der Atomverhandlungen mit dem Iran wurde trotz angespannter Atmosphäre von positiven Signalen begleitet. Von allen Seiten sei der klare Wille spürbar, sich in den diplomatischen Lösungsversuch einzubringen, sagte der hochrangige EU-Diplomat Enrique Mora, der die am Montag wieder aufgenommenen Gespräche in Wien koordiniert.
Atomgespräche Iran
Der Iran hat seine Atomanlagen nach dem US-Ausstieg wieder ausgebaut, fast waffenfähiges Uran produziert und internationale Inspektionen eingeschränkt. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Das iranische Verhandlungsteam, das die neue Regierung unter Präsident Ebrahim Raisi vertritt, habe zugesagt, auf den Ergebnissen der vorherigen sechs Gesprächsrunden aufzubauen.

Allerdings gebe es «verständlicherweise neue politische Befindlichkeiten» Teherans, räumte Mora vor Journalisten ein.

Bei den Gesprächen geht es um die Rettung des Atomabkommens von 2015, das den Bau von iranischen Nuklearwaffen verhindern soll. Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China vermitteln dabei zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Nachdem die USA 2018 aus dem Pakt ausstiegen und Wirtschaftssanktionen verhängten, fuhr der Iran seine Atomanlagen wieder hoch und beschränkte internationale Inspektionen.

Eine Untergruppe von Experten soll sich laut Mora ab Dienstag mit der Aufhebung der US-Sanktionen beschäftigen. Am Mittwoch soll eine zweite Untergruppe zu atomaren Deeskalationsschritten des Iran ihre Arbeit aufnehmen. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Gespräche in verschiedenen Formaten über Wochen, wenn nicht Monate hinziehen werden.

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