Aserbaidschan übernimmt Kontrolle über Region Kalbadschar von Armenien

    AFP
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    Aserbaidschan,

    Im Zuge des Waffenstillstands im Konflikt um die Kaukasusregion Berg-Karabach hat Aserbaidschan nach eigenen Angaben die Kontrolle über den Bezirk Kalbadschar von Armenien übernommen.

    Kalbadschar
    Zerstörte Häuser in Kalbadschar. - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Baku: Armee betritt Region nach Waffenstillstand im Berg-Karabach-Konflikt.

    Wie das Verteidigungsministerium in Baku in der Nacht zu Mittwoch erklärte, hätten «Einheiten der aserbaidschanischen Armee am 25. November das Gebiet Kalbadschar betreten». Am Freitag ging bereits der Bezirk Aghdam an Aserbaidschan über, am 1. Dezember soll Laschin als letzte Region folgen.

    Ursprünglich sollte die Übergabe der Region Kalbadschar - zwischen der umstrittenen Region Berg-Karabach und armenischen Territorium liegend - bereits am 15. November erfolgen, aber die Regierung in Baku räumte Armenien aus «humanitären» Gründen mehr Zeit ein.

    Die verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan hatten sich vor zwei Wochen unter russischer Vermittlung nach sechswöchigen schweren Kämpfen auf einen Waffenstillstand in der umstrittenen Kaukasusregion Berg-Karabach geeinigt. Das Abkommen sieht vor, dass beide Kriegsparteien jene Gebiete behalten dürfen, in denen sie derzeit die Kontrolle haben - für Armenien bedeutet das grosse Gebietsverluste. In Armenien löste die das Abkommen erbitterte Proteste gegen die Regierung aus.

    Berg-Karabach hatte während des Zerfalls der Sowjetunion einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. Darauf folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Todesopfern. Die selbsternannte Republik wird bis heute international nicht anerkannt und gilt völkerrechtlich als Teil Aserbaidschans. Sie wird aber mehrheitlich von Armeniern bewohnt. Die Kämpfe waren Ende September wieder voll entbrannt.

    Bei dem Konflikt wurden mehr als 2300 armenische Soldaten getötet, wie das armenische Gesundheitsministerium am Samstag meldete. Aserbaidschan äusserte sich bisher nicht zur Zahl der auf seiner Seite getöteten Soldaten. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte von insgesamt mehr als 4000 Toten gesprochen.

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