Ärger am Bodensee: Deutscher Milliardär baut Villa auf Wanderweg
Ein Frankfurter Unternehmer baut am Bodensee eine Villa direkt auf einen Wanderweg – und versperrt somit den Zugang zum Pfänder. Der Unmut darüber wächst.

Das Wichtigste in Kürze
- Michael C. Wisser (55) errichtet in Lochau (Vorarlberg) eine Villa auf einem Wanderweg.
- Der Milliardär aus Frankfurt riegelt so den Weg ab, der zum Ausflugsziel Pfänder führt.
- Der politische Druck, das Wegerecht umzusetzen, wächst.
Ärger am Bodensee: Der Frankfurter Unternehmer Michael C. Wisser (55) liess auf dem Wanderweg zwischen dem österreichischen Lochau und Bregenz eine dreistöckige Villa errichten.

Am Pfänder, dem bekanntesten Wanderziel am östlichen Bodensee, sorgt das für mächtig Aufruhr. Denn der 1064 Meter hohe Berg zieht täglich Hunderte von Wanderern an.
Nun muss ein Umweg benutzt werden.
Wisser ist Chef des Dienstleistungsunternehmens Wisag, das rund 60'000 Mitarbeitende beschäftigt. Mit dem Bau wurde ein jahrhundertealter Wanderweg faktisch blockiert, wie die «Bild»-Zeitung berichtet.
Denn der Weg wurde mit einer Mauer abgeriegelt.
Anwohner fordern ihr Wegerecht zurück
Bei der Gemeindeverwaltung von Lochau sind viele Beschwerden eingegangen. Ein langjähriger Anwohner (85) sagt gegenüber der Zeitung: «Ich gehe hier seit meiner Kindheit entlang, im Grundbuch ist ein Wegerecht eingetragen.»
Ein Wegerecht, also das Recht, ein fremdes Grundstück zu betreten, steht laut Fink im Widerspruch zur Sperrung. Auch ein Milliardär aus Deutschland könne hier nicht machen, was er wolle.
Die Gemeinde teilt diese Einschätzung. Bürgermeister Frank Matt (63) von den Grünen wird folgendermassen zitiert: «Der bisherige Weg wurde vom Grundstückseigentümer ohne rechtliche Grundlage gesperrt.»

Die Gemeinde kündigt an, alle rechtlichen Mittel zu nutzen. Ziel sei es, «den öffentlichen Zugang zum Weg wiederherzustellen».
Der politische Druck auf Wisser wächst damit von mehreren Seiten.
Wisag-Sprecherin sucht nach einer Lösung
Das Unternehmen von Michael Wisser reagierte auf die Kritik. Eine Sprecherin der Wisag AG bestätigt gegenüber «Bild», dass der Wanderweg durch den privaten Garten des Unternehmers laufe.
Die Sprecherin schlägt diplomatische Töne an. Man stehe bereits in Kontakt mit der Gemeinde. Ziel sei es, «gemeinsam eine für alle gute und tragbare Lösung zu finden», sagt sie.




















