Während Polen den Bau eines Zauns an der Grenze zu Belarus vorantreibt, hält der Andrang von illegal einreisenden Migranten weiter an.
Polnische Grenzschutzbeamte in der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny im Grenzgebiet zu Belarus. Foto: Artur Reszko/PAP/dpa
Polnische Grenzschutzbeamte in der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny im Grenzgebiet zu Belarus. Foto: Artur Reszko/PAP/dpa - dpa-infocom GmbH

Seit Anfang August habe es mehr als 3000 versuchte Grenzüberquerungen gegeben, davon 71 allein am Mittwoch, teilte der polnische Grenzschutz am Donnerstag mit. Polen arbeitet mit Hochdruck an der Befestigung seiner 418 Kilometer langen Grenze zu dem östlichen Nachbarn, die auch eine EU-Aussengrenze ist.

Soldaten der polnischen Armee hätten am Mittwochnachmittag mit dem Bau eines Zauns begonnen, schrieb Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak auf Twitter.

Der erste Abschnitt der 2,50 Meter hohen Barriere entsteht in der Nähe des Dorfes Zubrzyca Wielka, etwa 60 Kilometer östlich von Bialystok. Vorrangig sollen diejenigen Grenzabschnitte gesichert werden, die über Land verlaufen - insgesamt etwa 190 Kilometer. Dort, wo der Fluss Bug die beiden Länder trennt, will Warschau den Zaun später errichten. Bereits im Juli wurde auf 130 Kilometern ein Stacheldrahtverhau verlegt.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik. Zunächst hatte dadurch vor allem Litauen mit einem Andrang von Migranten aus dem Nahen Osten zu kämpfen. Zuletzt hat auch der Druck auf Polen zugenommen.

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