Amnesty International fordert EU-Sanktionen gegen Israel

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    Amnesty International fordert EU-Sanktionen gegen Israel – in Kürze stehen neue EU-Beratungen zum Nahost-Konflikt statt.

    Die EU-Sanktionen sollen auf die Bereiche Energie, Finanzen und Transport abzielen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa
    Die EU-Sanktionen sollen auf die Bereiche Energie, Finanzen und Transport abzielen. Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa - dpa-infocom GmbH

    Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International fordert kurz vor neuen EU-Beratungen zum Nahost-Konflikt scharfe europäische Sanktionen wegen der israelischen Siedlungspolitik.

    In einem Brief an die Aussenminister der 27 Mitgliedstaaten und den EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell spricht sich Amnesty International für ein umfassendes Waffenembargo und ein Verbot von Investitionen in bestimmte israelische Unternehmen und Banken aus. Zudem empfiehlt die Organisation, in der EU den Handel mit Gütern aus israelischen Siedlungen in besetzten Gebieten zu verbieten. Auch Ost-Jerusalem solle dabei eingeschlossen werden.

    Als Grund für ihre Forderungen nennen die Menschenrechtler das im Juli veröffentlichte Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) zur israelischen Besatzung der palästinensischen Gebiete. In diesem vertritt das höchste UN-Gericht die Auffassung, dass Israels Besatzung illegal ist und so schnell wie möglich beendet werden muss.

    Menschenrechtler: EU kommt Verpflichtungen derzeit nicht nach

    Amnesty argumentiert in dem Brief, die Feststellungen des Gerichts legten auch die Verantwortlichkeiten von Drittstaaten fest. Derzeit kämen die EU und die Mitgliedstaaten diesen nicht nach, da bestimmte Handlungen zur Aufrechterhaltung der unrechtmässigen Situation beitrügen. Als Beispiele nennt die Organisation etwa die Lieferung von Waffen, Technologie und Ausrüstung sowie den Handel mit Siedlungen.

    Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen seien verpflichtet, die Entscheidungen des IGH zu befolgen, heisst es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dies nicht zu tun, würde die Glaubwürdigkeit der EU und die Anwendung des Völkerrechts in anderen Zusammenhängen erheblich untergraben.

    Aussenminister beraten zum ersten Mal nach Sommerpause

    Die Aussenministerinnen und Aussenminister der EU-Staaten kommen an diesem Donnerstag zu ihrem ersten Treffen nach der Sommerpause in Brüssel zusammen. Bei den informellen Beratungen soll es um die weitere Unterstützung der Ukraine, aber auch um den Nahost-Konflikt gehen. Eine Einigung auf Sanktionen gegen Israel wird allerdings nicht erwartet. Zu Forderungen danach hatte sich zuletzt nicht nur Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ablehnend geäussert.

    Israel hatte das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem im Sechstagekrieg von 1967 erobert und besetzt. Die Palästinenser beanspruchen diese Gebiete für einen eigenen Staat. 2005 räumte Israel zwar den Gazastreifen, es kontrollierte aber weiter die Grenzen zu Land, Luft und im Wasser. Der Gaza-Krieg nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 hat die Spannungen noch einmal deutlich verschärft.

    Kommentare

    User #1064 (nicht angemeldet)

    Warum ist der Bericht „Der Militäreinsatz im Westjordanland könnte Tage dauern“ für Kommentare gesperrt?

    User #5829 (nicht angemeldet)

    Hier in den Medien wird sehr dürftig und unter westlicher Narrative berichtet. Ich habe auf Aljazeera live Nachrichten gesehen und die Berichte auf ihrer Homepage gelesen. Wir bekommen hier nicht alles mit. Es ist gut, dass man sich mit der Geschichte befasst und auch internationale Nachrichten schaut.

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