Amnesty-Menschenrechtspreis für palästinensischen Anwalt
Der palästinensische Rechtsanwalt Chalid Kusmar hat den Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland bekommen. Er erhalte die Auszeichnung für seinen langjährigen Einsatz für die Rechte von Minderjährigen in den besetzten Palästinensergebieten, teilte die Organisation am Morgen mit.

Kusmar habe «entscheidend dazu beigetragen, die strukturellen und systematischen Menschenrechtsverletzungen» an palästinensischen Minderjährigen offenzulegen, hiess es weiter. Er habe etlichen Betroffenen und ihren Familien Rechtsbeistand ermöglicht.
Kusmar vertritt als Anwalt seit mehr als 30 Jahre palästinensische Minderjährige vor israelischen Militärgerichten. Er leitete zudem die Organisation «Defense for Children International – Palestine» (DCIP). Israel warf der Organisation Verbindungen zu Terrorismus vor.
Einige EU-Staaten, darunter Deutschland, kritisierten Israel zunächst dafür, keine stichhaltigen Beweise dafür vorgelegt zu haben. Später stoppte die deutsche Regierung allerdings die Förderung von DCIP. Die Organisation löste sich schliesslich im Frühjahr dieses Jahres auf.
Amnesty teilte weiter mit, dass Kusmar wegen seiner Arbeit «massivem Druck, Repressionen und Diffamierungen durch israelische Behörden ausgesetzt» sei. Israels Geheimdienst habe ihm eine lange Haftstrafe angedroht. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Israels Inlandsgeheimdienst Schin Bet äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Palästinensische Terrororganisationen wie die Hamas und der Islamische Dschihad rekrutieren auch Minderjährige. Die Vereinten Nationen dokumentierten entsprechende Fälle unter anderem in palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon. Zudem veranstalteten die Organisationen im Gazastreifen in der Vergangenheit militärisch geprägte Ausbildungslager, an denen auch Kinder und Jugendliche teilnahmen.
Die israelische Menschenrechtsorganisation Betselem teilte im vergangenen Monat mit, zuletzt hätten sich 376 minderjährige Palästinenser aus sogenannten Sicherheitsgründen in Haft befunden. Weitere 94 palästinensische Minderjährige waren demnach wegen unerlaubten Aufenthalts in Israel inhaftiert.
Amnesty Deutschland vergibt den mit 20.000 Euro (rund 18.600 Franken) dotierten Preis alle zwei Jahre, aktuell zum 13. Mal.














