Amis wollen jetzt Aromat-Hersteller Knorr kaufen
Wird das «gelbe Gold» bald amerikanisch? Die Traditionsmarke Knorr soll an den US-Gewürzriesen McCormick verkauft werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Aromat, das «gelbe Gold der Schweiz», begeistert seit vier Generationen die Schweizer.
- Sein Hersteller Knorr soll nun an den US-Gewürzhersteller McCormick verkauft werden.
- Der Grund: Unilever möchte sich auf margenstärkere Sparten wie Beauty zu konzentrieren.
Das gelbe Pulver leuchtet in fast jedem Schweizer Küchenschäftli – und sein Aroma schrieb Schweizer Geschmacksgeschichte.
Walter Obrist, zuvor Küchenchef in einem renommierten Restaurant, fand seinen nächsten Arbeitsplatz genau dort, wo er den Schweizer Gewürzklassiker erfand: Bei Knorr.
Auf der offiziellen Website nennt die Traditionsmarke Aromat das «gelbe Gold der Schweiz», das mittlerweile in der vierten Generation begeistert.

Der Geschmack hat sich tief in die Köpfe der Schweizerinnen und Schweizer eingebrannt. Knorr schreibt stolz: «Nach nur acht Monaten war Aromat bei über 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer bekannt.» Ein beispielloses Erfolgskonzept also.
Und jetzt? Bald dürfte das Gewürz einen amerikanischen Nachgeschmack bekommen: Die Marke Knorr soll an die Vereinigten Staaten verkauft werden.
US-Gewürzriese legt Milliarden-Angebot vor
Der britische Konsumgüterriese Unilever verhandelt nun nämlich über den Verkauf seiner Lebensmittelsparte, wie das «Wall Street Journal» schreibt. Davon betroffen ist auch die Traditionsmarke Knorr.
Seit dem Jahr 2000 gehört der Schöpfer von Aromat zum Unilever-Konzern.
Doch um welchen Aufkäufer aus Übersee geht es? Um den US-Gewürzhersteller McCormick & Company, ansässig im Bundesstaat Maryland. Dieser hat bereits ein konkretes Kaufangebot vorgelegt.
Die Verhandlungen zwischen beiden Unternehmen laufen derzeit auf Hochtouren. Unilever bestätigte am Freitag den Eingang des Angebots.
Über die Höhe der Kaufsumme schweigen jedoch beide Parteien. Branchenexperten rechnen mit einem Multi-Milliarden-Deal.
Unilever konzentriert sich auf profitable Sparten
Unilever-Chef Fernando Fernandez verfolgt eine klare Strategie. Er will das Unternehmen auf margenstärkere Bereiche fokussieren. Dazu gehören Schönheits- und Körperpflegeprodukte.
Auch wenn Aromat eine Menge treue Käufer zu sich zählt, gilt die Lebensmittelsparte bei Unilever offenbar als weniger profitabel.
Bereits 2025 trennte sich der britische Konsumgüterriese von seiner Glacé-Sparte. So wurde etwa die Marke Ben & Jerry's ausgegliedert.
Kostendruck belastet Lebensmittelhersteller
Der Verkauf erfolgt vor dem Hintergrund schwieriger Marktbedingungen. Lebensmittelhersteller stehen unter zunehmendem Druck.
Viele Konsumenten greifen vermehrt zu günstigeren Alternativen. Andere reduzieren ihren Konsum insgesamt, berichtet die «Bild»-Zeitung.
Unilever betreibt in der Schweiz eine Produktionsstätte in der Gemeinde Thayngen SH. An dem Ort, wo Aromat übrigens auch seinen Ursprung hat.
Die Unternehmenszentrale befindet sich in der gleichnamigen Hauptstadt des Kantons Schaffhausen.
Ob die Verhandlungen mit McCormick erfolgreich verlaufen, bleibt abzuwarten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich durch die Übernahme nichts am Geschmack des Schweizer Lieblingsgewürzes ändert.

















