2025 war laut neuesten Berechnungen drittwärmstes Jahr

Keystone-SDA
Keystone-SDA, Laurin Zaugg

Bern,

Nach den zwei vorherigen Jahren ist 2025 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung. Die Temperaturen der letzten drei Jahre brechen Rekorde.

Thermometer
Nach den letzten beiden Jahren ist 2025 das drittwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 2025 belegt Platz drei der heissesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnung.
  • Die letzten Jahre weisen den höchsten dreijährigen Durchschnitt auf.
  • Experten gehen davon aus, dass das Pariser Klimaziel nicht mehr zu erreichen ist.

Das abgelaufene Jahr 2025 ist das drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Erstmals lagen EU-Berechnungen zufolge drei Jahre im Schnitt mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau.

Es droht ein Überschreiten des Pariser Klimaziels in nicht allzu weiter Ferne.

«2025 war nur geringfügig kühler als 2023, und 2024 bleibt das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.» Das erklärte Samantha Burgess, Vize-Direktorin des EU-Programms Copernicus, in einem Briefing zur Veröffentlichung der «Global Climate Highlights».

2025 war demnach 0,01 Grad weniger warm als 2023 und 0,13 Grad kühler als 2024. Die weltweite Durchschnittstemperatur lag bei 14,97 Grad. Die vergangenen elf Jahre waren die elf wärmsten jemals. «2025 war ein weiteres aussergewöhnliches Jahr für den Planeten», hielt Burgess fest.

Erster Drei-Jahres-Zeitraum über 1,5 Grad

An den Daten, die der Klimawandeldienst Copernicus in Kooperation mit anderen europäischen und US-amerikanischen Organisationen veröffentlicht, lässt sich ablesen, wie sich die Klimakrise weiter zuspitzt.

Die weltweiten Temperaturen der Jahre 2023 bis 2025 waren im dreijährigen Durchschnitt über 1,5 Grad höher als im vorindustriellen Zeitalter. «Das ist das erste Mal, dass ein Drei-Jahres-Zeitraum diese Grenze überschreitet», heisst es in dem Bericht.

Die Autoren weisen darauf hin, dass es hierbei Abweichungen bei den Berechnungen anderer Organisationen geben kann. Es würden nämlich nicht exakt die gleichen Datensätze verwendet. Auch die Weltwetterorganisation wollte am Mittwoch Daten zu den weltweiten Temperaturen im Jahr 2025 veröffentlichen.

Sonne
Aktuell ist das Pariser Klimaziel noch nicht verfehlt. Experten gehen jedoch nicht davon aus, dass das Ziel noch zu erreichen ist. (Archivbild) - keystone

Mit dem Pariser Klimaziel möchte die Weltgemeinschaft die verheerendsten Folgen der Klimakrise abwenden. Trotz der mehrjährigen Überschreitung gilt das Ziel offiziell noch nicht als verfehlt. Dies, weil dafür die 1,5-Grad-Grenze noch langfristig überschritten werden muss.

Experten gehen überwiegend davon aus, dass es nicht gehalten werden kann und es selbst für die 2 Grad knapp wird.

Gehe die Erderwärmung im aktuellen Tempo weiter, werde die 1,5-Grad-Grenze gegen Ende des Jahrzehnts als überschritten gelten. Etwa zehn Jahre früher als lange angenommen, hiess es von Copernicus. «Die Emissionen sind nicht so schnell gesunken wie erwartet», erklärte Burgess.

Erderwärmung entwickelt sich nicht linear

Dass 2025 nicht noch heisser gewesen sei als 2024, widerspreche nicht der Tatsache, dass sich die Erde langfristig weiter erwärme. Das betonten die Copernicus-Experten.

Das gelte sogar dann, wenn ab morgen keine klimaschädlichen Treibhausgase mehr ausgestossen würden, da sich diese lange in der Atmosphäre hielten. «Bei CO2 reden wir über Jahrhunderte», betonte Laurence Rouil vom Copernicus-Atmosphärendienst.

CO2
CO2 bleibt sehr lange in der Atmosphäre, selbst wenn keine neuen Emissionen mehr ausgestossen werden. (Archivbild) - keystone

Dass es an manchen Orten auch unterdurchschnittliche Temperaturen gegeben habe oder es auch derzeit in vielen Regionen sehr kalt sei, gehöre zur normalen Variabilität des Wetters. «Eine kalte Region heisst nicht, dass der Klimawandel nicht real ist. Der globale Kontext zählt», so Burgess.

Copernicus-Direktor Carlo Buontempo ergänzte: «Wenn man herauszoomt und sich das grosse Ganze anschaut, ist das Bild sehr eindeutig.»

Warum war es in den vergangenen drei Jahren so warm?

Die ungewöhnlich hohe Durchschnittstemperatur liege am Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre. Diese komme durch weitere Emissionen und weniger Aufnahme von CO2 durch natürliche Senken, zu denen etwa Wälder gehören, zustande.

Darüber hinaus seien die Temperaturen an der Oberfläche der Ozeane aussergewöhnlich hoch gewesen. Was unter anderem am sogenannten El-Niño-Phänomen liege.

Mit einer El-Niño-Phase sind höhere globale Temperaturen an der Meeresoberfläche verbunden. Das alle paar Jahre auftretende Phänomen El Niño wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst.

Dies beeinflusst durch veränderte Luft- und Meeresströmungen die Wetterbedingungen weltweit. Im Laufe des Jahres schwächte sich das Phänomen ab.

Was bedeutet die Klimakrise im Alltag?

Menschen spürten den Klimawandel nicht vorrangig durch die graduellen Veränderungen, sondern durch Extremwetterereignisse, erklärte Burgess. 2025 habe die Hälfte der weltweiten Landfläche mehr Tage mit starkem Hitzestress erlebt als im Durchschnitt. Dazu zählen die Autoren des Berichts Tage, die sich wie 32 Grad oder mehr anfühlen.

Magst du Temperaturen über 30 Grad?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Hitzestress als Hauptursache für Todesfälle im Zusammenhang mit Wetterereignissen ein. Zudem habe Hitze in trockenen und windigen Gebieten oft zur Ausbreitung von Waldbränden beigetragen. In Europa haben die Emissionen durch Waldbrände dem Copernicus-Bericht zufolge 2025 einen Höchststand erreicht.

«Die Welt nähert sich rasch der im Pariser Abkommen festgelegten langfristigen Temperaturgrenze», warnte Buontempo. «Wir werden sie zwangsläufig überschreiten. Nun müssen wir entscheiden, wie wir mit dieser unvermeidlichen Überschreitung und ihren Folgen für Gesellschaft und Ökosysteme am besten umgehen.»

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Kommentare

User #1723 (nicht angemeldet)

LOL...ja, ist schon peinlich, wenn die Klimageschichte nicht mehr pässlich ist wie diesen Herbst und Winter. Da muss schon Aufgewärmtes her. (Hätten die Menschen im Mittelalter Thermometer besessen....?!). Und gleich noch Dies: wegen drei Tagen Vorderseitenanströmung (völlig normaler Wetterablauf) wird ein Aufmacher "zu hohe Temp. "( inkl. albernes "bis zu") gemacht. Bei den viel zu kalten Temp der vergangenen Wochen war Funkstille. Und doch wird es in Kürze wieder so kalt. Ab Samstag/ Sonntag beginnt die Umstellung und im letzten Januardrittel setzt wohl auch ein Italientief zum Sprung über die Alpen an. Sollte der Sprung gelingen hiesse dies Anzapfung sehr kalter Skandinavienluft. Wenige Tage Vorderseitenanströmung machen noch lange keinen "Frühling".

User #3705 (nicht angemeldet)

Heute war ein Hitzerekord, -1 am Morgen und am Nachmittag 6 Grad. Ich war auf dem Trottoir auf Eis ausgerutscht. Ist das gefrorene Schweiss? Oder wie muss ich jetzt ein Hitzerekord im Januar generieren? Ich bin ständig draussen unterwegs und dieser Januar, ist wie immer. Kalt.

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