Warum Nostalgie für 2016 Social Media erobert
TikTok und Instagram erleben einen Nostalgie-Boom: Millionen User schwelgen im Jahr 2016 und teilen alte Fotos mit verschwommenen Filtern.

Der Jahreswechsel hat auf Social Media einen ungewöhnlichen Trend ausgelöst: Das Jahr 2016 feiert ein gewaltiges Comeback.
Die Suchanfragen nach «2016» stiegen auf TikTok in den USA binnen einer Woche um 452 Prozent, berichtet die «BBC».
Mehr als 55 Millionen Videos wurden mit einem verschwommenen Filter erstellt, der an die damalige Zeit erinnert. Der Hashtag #2016 verzeichnete auf TikTok über eine Million Beiträge, auf Instagram sind es 37 Millionen Posts, schreibt «ABC News».
Sehnsucht nach einfacheren Zeiten
Die Nostalgie-Welle hat psychologische Gründe: Menschen sehnen sich nach einer vermeintlich unbeschwerten Zeit zurück. Ohne Corona-Pandemie, weniger Krisenherden und ohne den Druck durch Künstliche Intelligenz wirkt 2016 verlockend, erklärt die «Kleine Zeitung».
Psychologe Clay Routledge sagt gegenüber der «BBC»: «Wir neigen dazu, besonders nostalgisch zu sein, wenn es sich so anfühlt, als würde die Welt einen grossen Wandel durchlaufen.» Der Nostalgie-Forscher betont, dass es eigentlich nicht auf ein bestimmtes Jahr ankomme.
Der Zeitpunkt des Trends hängt mit dem Jahreswechsel zusammen und damit, dass zehn Jahre für viele Menschen Sinn ergeben. Ausserdem wünschen sich User eine Rückkehr zur Einfachheit des Internets vor der Algorithmus-Ära, schreibt die «New York Times».
Was 2016 so besonders machte
Das Jahr bot politisch und kulturell tatsächlich einiges: Donald Trump wurde zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Justin Bieber und Drake dominierten die Charts, Zara Larssons Song «Lush Life» wurde zum Hit, berichtet die «Kleine Zeitung».

Der Track begleitet heute viele Nostalgie-Videos und kletterte in den USA auf Platz 46 der Spotify-Charts, schreibt «Forbes». Weltweit jagten Menschen in «Pokémon Go» virtuelle Kreaturen durch die Strassen.
Modisch waren Skinny Jeans, Hot Pants und auffälliges Augenbrauen-Make-up angesagt, erinnert die «Kleine Zeitung». Auf Social Media standen alle für die Mannequin-Challenge still oder nutzten den beliebten Hundefilter von Snapchat.
Promis machen mit
Auch Prominente beteiligen sich am Trend: Herzogin Meghan teilte einen Liebes-Schnappschuss mit Prinz Harry aus ihrem Kennenlern-Jahr.
Selena Gomez veröffentlichte alte Tournee-Fotos, Charlie Puth postete ein Video zu seinem damaligen Hit «We Don't Talk Anymore».

Die Trend-Forscherin Cooper von «ABC News» ordnet das Phänomen ein: «Nostalgie ist etwas, das seit einer Weile trendet.» Man sehe es in der Mode, bei Neuauflagen von TV-Serien und bei Film-Remakes, erklärt sie.












