Meta Brillen geraten wegen Datenschutz unter Druck
Meta Ray-Ban-Brillen stehen wegen ihrer Nutzung im öffentlichen Raum unter wachsender Kritik von Datenschützern und Verbraucherschützern.

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Thomas Fuchs hält einen rechtssicheren Einsatz der Meta-Brillen im Alltag für kaum möglich. Grund dafür sind Aufnahmen unbeteiligter Personen und die anschliessende Verarbeitung erhobener Daten durch die Geräte.
Besonders problematisch ist die kleine Kontrollleuchte, die laufende Aufnahmen signalisieren soll. «Golem» berichtet, dass die Anzeige bei Sonnenlicht kaum erkennbar ist und bei KI-Anfragen der zweiten Generation sogar ausbleibt.
Auch Hinweise auf mögliche Gesichtserkennung sorgen für zusätzliche Bedenken bei den Datenschützern. Die technische Ausgestaltung erschwert damit eine transparente Nutzung der Brillen im öffentlichen Raum erheblich.
Meta-Brillen werfen Haftungsfragen auf
Mit der Nutzung können auch rechtliche Pflichten auf die Träger der Brillen übergehen. Wer fremde Personen aufnimmt oder KI-Training zulässt, kann laut «Börse Express» selbst datenschutzrechtlich verantwortlich werden.
Die sogenannte Haushaltsausnahme der DSGVO greift bei solchen Aufnahmen im öffentlichen Raum demnach nicht. Bei der Nutzung für KI-Training kann zudem eine gemeinsame Verantwortlichkeit von Nutzer und Meta entstehen.
Die rechtlichen Fragen reichen über die Brillen hinaus und betreffen zunehmend auch den Umgang mit lernenden KI-Systemen. Deutschland setzt 2026 neue europäische Haftungsregeln um, die auch bestimmte KI-Systeme erfassen.
Datenschutzbedenken treffen auf wachsenden Markt
Trotz der Kritik steigt die Verbreitung der Smart Glasses deutlich und erhöht damit die Bedeutung verbindlicher Regeln. Meta verkaufte 2025 rund sieben Millionen Exemplare, nachdem zuvor insgesamt zwei Millionen Stück abgesetzt worden waren.
Parallel wächst international der politische und gesellschaftliche Widerstand gegen den Einsatz solcher Geräte. «BornCity» verweist auf Verbote an Schulen, politische Vorstösse und eine britische Petition mit mehr als 9100 Unterschriften.

Auch die Verarbeitung aufgezeichneter Daten durch externe Dienstleister sorgt für zusätzliche Aufmerksamkeit. Experten kritisieren, dass Betroffene häufig kaum nachvollziehen können, wohin ihre mit Smart Glasses erfassten Daten gelangen.
















