Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einer deutlich schlechteren Wirtschaftserholung in der Pazifik-Region als zuvor erwartet.
Die Region Asien-Pazifik dürfte wegen der Coronakrise eine markante Abschwächung des Wirtschaftswachstums erleiden. Im kommenden Jahr sollen die Geschäfte dann wieder kräftig zulegen, wie die Asiatische Entwicklungsbank schreibt. (Archivbild)
Die Region Asien-Pazifik dürfte wegen der Coronakrise eine markante Abschwächung des Wirtschaftswachstums erleiden. Im kommenden Jahr sollen die Geschäfte dann wieder kräftig zulegen, wie die Asiatische Entwicklungsbank schreibt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/JEROME FAVRE

Das Wichtigste in Kürze

  • Asien erholt sich laut dem IWF langsamer als erwartet.
  • Im Asien-Pazifik-Raum werden allgemein schlechtere Wirtschaftserholungen gerechnet.
  • Myanmar dürfte einen Einbruch von 18 Prozent erleben.

Der Internationale Währungsfonds rechnet in Asien mit einer deutlich langsameren Konjunkturerholung von der Corona-Krise als noch im April gedacht. Das Wachstum für die Asien-Pazifik-Region wird 2021 nur noch auf 6,5 Prozent geschätzt. Das sind 1,1 Punkte weniger als in der bisherigen Prognose, wie der IWF am Dienstag mitteilte.

Für 2022 sagt der IWF ein Plus von 5,7 Prozent voraus, das sind 0,4 Punkte mehr als bislang veranschlagt. 2023 dürften es dann unverändert 5,0 Prozent sein.

Hauptgrund für die schlechteren Aussichten in diesem Jahr sind laut IWF weiterhin spürbare Auswirkungen der Pandemie. Die Region bleibe zwar die wirtschaftlich am schnellsten wachsende der Welt. Die Unterschiede zwischen den Ländern vergrösserten sich aber. Das liege vor allem an der sehr unterschiedlichen Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen und den finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Regierungen.

Experten rechnen in Myanmar mit einem Einbruch von 18 Prozent

Entsprechend seien die Hauptaufgaben der Länder, ihre Impfbemühungen zu verstärken und Reformen zur Stärkung der Wirtschaft anzugehen, so der IWF. Es sollte mehr soziale Absicherungen geben und mehr Investitionen in Digitalisierung und Klimaschutz.

Für China als führende Volkswirtschaft der Region erwartet der IWF nur geringe Veränderungen im Vergleich zu den bisherigen Prognosen. Das Wachstum dürfte sich hier dieses Jahr auf 8,0 Prozent belaufen und nächstes Jahr auf 5,6 Prozent. Indien wird 2021 drei Punkte langsamer wachsen, damit aber immer noch um 9,5 Prozent. 2022 dürfte das südasiatische Land 1,6 Punkte mehr draufsatteln als bislang gedacht und um 8,5 Prozent zulegen.

In Australien verschiebt sich die Erholung von der Krise stärker als bisher gedacht ins nächste Jahr, ebenso in Japan. Deutlich niedrigere Wachstumsraten werden auch für das stark vom Tourismus abhängige Thailand erwartet. Dramatisch ist die Lage in Myanmar nach dem Militärputsch im Februar. Hier rechnen die Experten mit einem Einbruch der Wirtschaft um knapp 18 Prozent.

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