Expertin: «China ist der lachende Dritte» im Iran-Krieg
Während im Nahen Osten Krieg herrscht, ist es um die Machthaber Ostasiens, Kim Jong-un und Xi Jinping, ruhig. Eine Expertin erklärt, warum sie nicht mitmischen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Israel haben den Iran angegriffen – es herrscht Krieg.
- Das rückt die Machthaber in Ostasien in den Hintergrund.
- China profitiert von der Eskalation, ohne mitmischen zu müssen, erklärt eine Expertin.
Im Nahen Osten herrscht Krieg. Donald Trumps US-Armee greift gemeinsam mit Israel den Iran an. Trump und Netanjahu tauchen fast täglich in den Schlagzeilen auf.
Doch um die ostasiatischen Machthaber Kim Jong-un und Xi Jinping ist es derzeit ruhig. Insbesondere Chinas Staatspräsident Xi Jinping verhält sich auffällig zurückhaltend – in Anbetracht der engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zum Iran.
Eine Ostasien-Expertin erklärt, was der Krieg für die beiden Machthaber bedeutet – und warum sie sich zurückhalten.
China und Iran arbeiteten vor Krieg immer enger zusammen
Ariane Knüsel ist Privatdozentin für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg. Sie sagt, man betrachte die beiden Machthaber Xi Jinping und Kim Jong-un am besten einzeln.
Denn: China und somit Xi Jinping sind deutlich näher mit dem Iran verbunden als Nordkorea mit Kim Jong-un. Sowohl politisch als auch wirtschaftlich ist die Zusammenarbeit in den letzten Jahren immer enger geworden.
Während des aktuellen Kriegs im Iran scheint die Beziehung jedoch beinahe irrelevant.
China profitiert von Spannungen
Kein Wunder: China hat keine Verteidigungsbündnisse, weder mit dem Iran noch mit Russland, wie Ariane Knüsel bei Nau.ch erklärt.
«China ist eher der lachende Dritte, der von Konflikten und internationalen Spannungen profitiert», so Knüsel.
Im Krieg in der Ukraine unterstützte China Russland auch mit Lieferungen von Technologie und Materialien, die im Westen sanktioniert sind.
«Je mehr andere Länder von China abhängig sind, desto mehr Einfluss bekommt es», sagt die Expertin.
Darum setzt sich China kaum für Iran ein
Der Vertreter Chinas im UN-Sicherheitsrat forderte die Achtung der iranischen Souveränität sowie einen sofortigen Stopp der Militäraktionen. Militärische Drohungen oder Sanktionen blieben jedoch aus.
Die Zurückhaltung von Xi Jinping sieht Knüsel aber nicht etwa als Versuch, seinen persönlichen Ruf im Westen aufzubessern.

«Der Fokus liegt auf Chinas Ruf, nicht auf seiner Person. Xi will primär Kontrolle über das eigene Land, über die eigene Bevölkerung und die Armee.»
Anders als China hat Nordkorea um Kim Jong-un mit dem Iran-Krieg kaum etwas zu tun. Um den Diktator ist es in der westlichen Welt aktuell ruhig.
Dies ändere laut Ariane Knüsel wohl nicht viel an seinem Ruf. «Ich weiss nicht, ob es möglich ist, dass Kim Jong-un seinen Ruf noch aufbessern kann. Im Westen hat sich sein Bild als autoritärer Diktator über die Jahre gefestigt», sagt sie.





















