Zwei Theater im Amazonasgebiet werden Unesco-Welterbe
Zwei historische Theater im brasilianischen Amazonasgebiet sind als Unesco-Welterbe anerkannt worden. Das Teatro Amazonas in Manaus und das Theatro da Paz in Belém seien wichtige Zeugnisse des kulturellen und architektonischen Reichtums ihrer Zeit, teilte die brasilianische Unesco-Vertretung mit. Unter der Bezeichnung «Teatros da Amazônia» umfasst die Welterbestätte die beiden Opernhäuser mit den sie umgebenden Plätzen in Belém und Manaus.

Die Ensembles entstanden während des sogenannten «Goldenen Zeitalters» Amazoniens infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs durch den Kautschukboom zwischen 1879 und 1912. Inspiriert von französischer und europäischer Architektur und mit Motiven aus der Amazonasregion gestaltet, sollten sie den politischen und städtebaulichen Ehrgeiz der damaligen Zeit zum Ausdruck bringen. Das Theatro da Paz wurde 1878 eröffnet, das Teatro Amazonas 1896.
Wie stark sich die damalige Elite an Europa orientierte, zeigt sich auch im Teatro Amazonas: Eine Deckenmalerei im Zuschauerraum ist so gestaltet, dass sie den Blick von unten auf den Eiffelturm in Paris suggeriert.
Mit der Aufnahme sind die beiden Häuser nach Angaben des brasilianischen Instituts für das historische und künstlerische Erbe (Iphan) die ersten Kulturstätten der nördlichen Region Brasiliens auf der Unesco-Welterbeliste. Brasilien kommt damit auf 26 Welterbestätten.
Das Teatro Amazonas gilt als eines der bekanntesten Wahrzeichen von Manaus und ist ein wichtiger Anziehungspunkt für den internationalen Tourismus. Die Stadt ist auch bei deutschen Reisenden ein beliebtes Ziel für Amazonasreisen. Nach Angaben der staatlichen Tourismusagentur Amazonastur kamen 2025 mehr als 4.800 Touristen aus Deutschland in den Bundesstaat Amazonas.














