Stadt Bern

    Regierungsrat dafür: SVPlerin will Sprachtest vor Schuleintritt

    Matthias Bärlocher
    Matthias Bärlocher

    Bern,

    Die Berner Kantonsregierung stimmt einem entsprechenden Vorstoss von SVP-Grossrätin Stephanie Gartenmann zu.

    Stephanie Gartenmann
    SVP-Grossrätin Stephanie Gartenmann hat das Postulat für einen Sprachtest beim Schuleintritt eingereicht. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nur wer einen Sprachtest besteht, soll auch zur Schule zugelassen werden, fordert SVP-Grossrätin Stephanie Gartenmann.
    • Sonst würden Schulkinder von Anfang an den Anschluss verpassen.
    • Der Regierungsrat befürwortet, dass ein solches Vorgehen geprüft wird.

    Wer beim Schuleintritt zu wenig gut Deutsch beziehungsweise Französisch kann, soll eine Extrarunde machen. In einer Vorbereitungsklasse sollen fremdsprachige Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) gezielt gefördert werden und danach wieder zum Sprachtest antreten.

    Dies forderte die Lauterbrunner SVP-Grossrätin Stephanie Gartenmann. Sie rennt damit beim Regierungsrat offene Türen ein, wie dieser nun in seiner Vorstoss-Antwort durchblicken lässt.

    «Situation für betroffene Kinder nicht tragbar»

    Gartenmann fordert, dass ein solcher standardisierter Sprachtest und die Einführung von Vorbereitungsklassen geprüft werden. Die Gemeinden sollen miteinbezogen und die finanziellen Auswirkungen analysiert werden. Gartenmann verweist auch auf bestehende Modelle und Erfahrungen in anderen Kantonen.

    Gesetzlich gebe es den Auftrag zur Chancengerechtigkeit, argumentiert die SVP-Grossrätin in ihrem Postulat. Jedoch: «Wer aufgrund mangelnden Wortschatzes den schulischen Einstieg verpasst, kann diesen Rückstand im bestehenden System kaum mehr aufholen.»

    ostern
    DaZ-Unterricht in einer Kindergartenklasse, aufgenommen am 4. April 2019 in Suhr. - keystone

    Sorgen bereiten Stephanie Gartenmann auch die Ergebnisse aus dem PISA-Test und der Überprüfung der Grundkompetenzen (ÜGK). Je nach Untersuchung haben 18 bis 25 Prozent der 15-Jährigen Defizite beim Lesen.

    Bisher vertraue man auf, dass der DaZ-Unterricht während der regulären Schulzeit solche Defizite ausgleiche.

    Das genüge aber ganz offensichtlich nicht, so Grossrätin Gartenmann: «Ein Kind, das aufgrund mangelnden Wortschatzes den Instruktionen in Mathematik oder Sachkunde nicht folgen kann, gerät rasch ins Hintertreffen. Diese Situation ist weder für das betroffene Kind noch für die Lehrperson oder die Klasse tragbar.»

    Berner Kantonsregierung sagt «ja, aber»

    Der Regierungsrat ist bereit, einen solchen Sprachtest zu prüfen und beantragt dem Grossen Rat, das Postulat anzunehmen.

    Frühe Sprachförderung und sprachliche Kompetenzen seien wichtig für Bildungserfolg, Gesellschaftsteilhabe und Chancengerechtigkeit.

    Begrüsst du Sprachtests für Kindergartenkinder?

    Zwar verweist die Kantonsregierung auf bereits bestehende Angebote und Betreuungsgutscheine, um diese zu nutzen.

    Auch sei alltagsintegrierte Sprachförderung wirksamer als festgelegte Programme, da Kinder im Vorschulalter so besser sprachliche Kompetenzen erwerben. Deshalb wäre dem Regierungsrat lieber, diese Angebote zu stärken, statt neuer Strukturen zu schaffen.

    Nichtsdestotrotz sei der Regierungsrat bereit, die einzelnen Fragen im Postulat vertieft zu prüfen.

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    Kommentare

    User #4737 (nicht angemeldet)

    Die Erwachsenen sollten aber auch Vorbild sein und aufhören in den Medien Schweizerdeutsch zu schreiben. Wie kann ein Kind deutsch schreiben wenn sie sehen, dass die Eltern keine deutsch schreiben

    User #5227 (nicht angemeldet)

    SCHULPFLITIG IST man ab dem Jahr wenn man 7 wird. Vorher sind es Kinder und dürfen spielen. Die Forderung nach einem Sprachkurs vor der Schule ist zwingend abzulehen.

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