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    Zehntausende Israelis setzen Proteste gegen Regierung Netanjahu fort

    Keystone-SDA
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    Israel,

    Aus Protest gegen die rechts-religiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sind in Israel wieder Zehntausende auf die Strasse gegangen.

    Protest against the justice system reform in Tel Aviv
    epa10641591 People march in a protest against the justice system reform in Tel Aviv, Israel, 20 May 2023. Mass protests against the government justice system reform plan continue across the country. EPA/ABIR SULTAN - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Israel protestieren weiterhin Zehntausende gegen die Netanjahu-Regierung.
    • Am Samstag kam es in mehreren grossen Städten zu Kundgebungen.
    • Die Staatskasse werde zugunsten politischer Korruption geplündert, so die Demonstranten.

    Sie versammelten sich am Samstagabend in mehreren grossen Städten und schwenkten israelische Flaggen. Auf Bannern und Schildern in Tel Aviv waren Parolen zu lesen wie «Stoppt sie», «Israel ist nicht der Iran» oder «Die plündernde Regierung». Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich allein in der Mittelmeer-Metropole mehr als 130'000 Menschen.

    Wegen einer von der Regierung vorangetriebenen Justizreform kommt es seit Monaten in Israel landesweit regelmässig zu Kundgebungen.

    Viele Vorwürfe

    Diese Woche richtete sich der Protest auch gegen die geplante neue Verteilung der Staatsfinanzen. Die Regierung muss den Haushalt bis Ende Mai verabschieden. Medienberichten zufolge sollen insbesondere die streng-religiösen Koalitionsparteien von den bereits vom Finanzausschuss gebilligten Plänen profitieren.

    Die Organisatoren der Proteste warfen der Regierung vor, «die Staatskasse zugunsten politischer Korruption zu plündern». Netanjahu verteile Steuergelder an seine Verbündeten, «um die Umsetzung diktatorischer Gesetze zu erleichtern», hiess es in einer Mitteilung.

    Die rechts-religiöse Koalition will mit einer Umgestaltung des Justizwesens den Einfluss des obersten nationalen Gerichts beschneiden. Sie wirft dem Gericht übertriebene Einmischung in politische Entscheidungen vor. Kritiker sehen die Gewaltenteilung in Gefahr und warnen vor einer Staatskrise. Netanjahu hatte die Pläne im März ausgesetzt. Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition über einen Kompromiss blieben bislang erfolglos.

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