Nach dem Super-Taifun «Rai» ist die Zahl der Todesopfer auf den Philippinen auf mehr als 380 gestiegen.
Taifun-Opfer in Surigao
Taifun-Opfer in Surigao - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach «Rai» wächst die Angst vor Seuchen.

Mittlerweile seien 388 Tote gefunden worden, teilte die Zivilschutzbehörde am Montag mit. 60 Menschen würden nach dem schweren Unwetter von Mitte Dezember weiterhin vermisst. Hunderte Menschen erlitten Verletzungen.

«Rai» hatte das Zentrum und den Süden der Philippinen am 16. und 17. Dezember mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Stundenkilometern getroffen. Der Taifun fegte Dächer von Häusern und riss Strommasten und Bäume um. Hunderttausende Menschen in dem südostasiatischen Land wurden obdachlos. Mehr als 300.000 von ihnen waren am Montag noch in Notunterkünften untergebracht.

Der Zivilschutz teilte mit, mehr als vier Millionen Menschen in 430 Städten und Dörfern erhielten nun Hilfsgüter wie Kleidung, Lebensmittel und Trinkwasser. Wegen der schwierigen Versorgungslage wuchs die Angst vor Seuchen. So erkrankten im Katastrophengebiet mindestens 140 Menschen, nachdem sie möglicherweise verunreinigtes Wasser getrunken hatten.

Auf den Dinagat-Inseln im Süden des Landes erkrankten 80 Menschen an einer schweren Magen-Darm-Infektion. Auf der Nachbarinsel Siargao wurden nach Behördenangaben 54 Menschen wegen schweren Durchfalls im Krankenhaus behandelt. Aus der Stadt Cebu wurden 16 solcher Erkrankungen gemeldet. Die Lage wird dadurch erschwert, dass «Rai» 141 Krankenhäuser beschädigte. Erst 30 von ihnen haben ihren Betrieb wieder aufgenommen.

Die Vereinten Nationen haben die internationale Gemeinschaft um 107,2 Millionen Dollar (94,7 Millionen Euro) an Hilfen für die Taifun-Opfer gebeten. «Rai» hatte die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison getroffen. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober. Wissenschaftler warnen seit langem, dass Taifune durch den Klimawandel an Stärke zunehmen.

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