Wirtschaftsweisen-Chef: Zweiter Lockdown wäre Katastrophe

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    Bolivien,

    Die Virus-Krise hat die Wirtschaft hart getroffen. Steigende Infektionszahlen nähren die Furcht vor einem erneuten Aufflammen der Pandemie. Ein zweiter Lockdown ist ein realistisches Szenario.

    Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung «Wirtschaftsweisen» steht vor dem Walter-Euken-Institut. Ein zweiter Lockdown in der Corona-Krise wäre aus seiner Sicht katastrophal für die Wirtschaft. Foto: Patrick Seeger/dpa
    Lars Feld, Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung «Wirtschaftsweisen» steht vor dem Walter-Euken-Institut. Ein zweiter Lockdown in der Corona-Krise wäre aus seiner Sicht katastrophal für die Wirtschaft. Foto: Patrick Seeger/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein zweiter Lockdown in der Corona-Krise wäre aus Sicht des Chefs der «Wirtschaftsweisen», Lars Feld, katastrophal für die Wirtschaft.

    Feld sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Wenn sich eine Beschleunigung zeigen sollte und die Infektionen weiter um sich greifen, dann droht ein zweiter Lockdown. Das wäre wirtschaftlich gesehen eine Katastrophe. Es besteht dann die Gefahr einer dauerhaften Abschwächung des Wachstums.»

    Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt. In der kommenden Woche beraten zunächst die Spitzen der schwarz-roten Koalition sowie dann Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder das weitere Vorgehen. Dabei dürfte es um die Verlängerung von Hilfsprogrammen sowie einheitlichere Corona-Regeln gehen. Die Wirtschaftsleistung in Deutschland war im zweiten Quartal eingebrochen.

    «Ein zweiter Lockdown würde die Erholungsphase der Wirtschaft unterbrechen», sagte Feld. «Derzeit sind wir wie vom Sachverständigenrat prognostiziert in einer V-Phase. Ein zweiter Lockdown würde dazu führen, dass eine ganze Reihe von Unternehmen, die in der jetzigen Erholungsphase noch überlebt haben, in die Insolvenz gehen müssen.»

    Die Politik habe aus der ersten Lockdown-Phase sehr viel gelernt, sagte Feld. «Wir haben gelernt, welche Massnahmen erforderlich sind und dass es nicht notwendig ist, das ganze Land herunterzufahren, sondern dass man dezentral isoliert und Menschen in die Quarantäne schickt. Deswegen ist ein zweiter Lockdown auch weniger wahrscheinlich.»

    Feld ist Professor für Wirtschaftspolitik und Ordnungsökonomik an der Universität Freiburg und Direktor des Walter Eucken Instituts. Seit März 2020 ist er Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dem er seit März 2011 angehört. Der Sachverständigenrat berät die Politik. Die Experten werden umgangssprachlich auch als «Wirtschaftsweise» bezeichnet.

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