Delfine bauen auch kooperative Beziehungen auf: Grosse Tümmler praktizieren dies, um sich Zugang zu Weibchen zu verschaffen.
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Delfine sind in ihrem Sozialverhalten den Menschen ähnlicher als bisher angenommen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/EPA/Fondazione Cetacei Oltremare / HANDOUT
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Das Wichtigste in Kürze

  • Grosse Tümmler bauen kooperative Beziehungen auf, um zu Weibchen zu gelangen.
  • Das haben Forschende an der australischen Westküste herausgefunden.

Delfine sind in ihrem Sozialverhalten den Menschen noch ähnlicher als bisher angenommen. Lange Zeit wurde es als einzigartiges Merkmal menschlicher Gesellschaften angesehen, mehrere Ebenen von strategischen Bündnissen zu bilden.

Forscher fanden nun heraus, dass Grosse Tümmler an der australischen Westküste ganz ähnliche kooperative Beziehungen aufbauen. Die Ziele der schlauen Meeressäuger unterscheiden sich laut Studie aber deutlich von denen des Menschen: Ihnen geht es demnach nicht um wirtschaftliche Vorteile oder militärische Operationen. Es geht einzig und allein um den Zugang zu Weibchen.

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Delfine sind in ihrem Sozialverhalten den Menschen noch ähnlicher als bisher angenommen. - Simon Allen/dpa

Die internationalen Wissenschaftler zuvor die sozialen Netzwerke von 121 männlichen Indopazifik-Tümmlern in der Shark Bay. Das liegt 800 Kilometer nördlich von Perth und geschah unter der Leitung der Universität Bristol. Das erstaunliche Ergebnis: «Alle 121 Männchen sind direkt oder indirekt in sozialen Gruppen im grössten Allianznetzwerk verbunden, das ausserhalb von Menschen bekannt ist.» Die Forscher präsentieren ihre Ergebnisse in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS»).

Dabei bilden männliche Delfine drei Bündnisebenen oder «Ordnungen» im Wettbewerb um Weibchen: Bei den Allianzen erster Ordnung zwischen zwei oder drei Männchen geht es darum, kooperativ mit einzelnen Weibchen zusammenzuleben. Die Allianzen zweiter Ordnung umfassen 4 bis maximal 14 nicht verwandte Männchen. Sie konkurrieren mit anderen Allianzen um den Zugang zu Weibchen. Bei Bündnissen dritter Ordnung kooperieren wiederum ganze Gruppen zweiter Ordnung miteinander.

Delfine nutzen mehrstufige Bündnisnetzwerke

«Die Zusammenarbeit zwischen Verbündeten ist in menschlichen Gesellschaften weit verbreitet und eines der Kennzeichen unseres Erfolgs», erläuterte Co-Hauptautorin Stephanie King. «Unsere Fähigkeit, strategische, kooperative Beziehungen auf mehreren sozialen Ebenen aufzubauen (...) galt einst als einzigartig für unsere Spezies.»

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Delfine sind faszinierende Tiere. - Pexels

Solche mehrstufigen Bündnisnetzwerke würden auch von Delfinen genutzt – und zwar in grossem Umfang. Grosse Tümmler setzen, wenn es darum geht Zeit mit Weibchen zu verbringen, nicht nur auf die Grösse der Gruppen. Sondern vor allem auf die Kooperation, das hat die Studie ebenso bewiesen. Dadurch werde letztlich der Fortpflanzungserfolg gesteigert, betonte King.

Bisher hätten sich die Bemühungen zum Verständnis der menschlichen sozialen Evolution fast ausschliesslich auf Vergleiche mit anderen Primaten. Das heisst es in der Studie weiter. Es werde aber immer klarer, dass wichtige Erkenntnisse auch durch Vergleiche zwischen Menschen und entfernter verwandten Lebewesen gewonnen werden könnten.

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