Weltreise geplatzt: «Odyssey» fährt ohne Passagiere weiter

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Kambodscha,

    Für mehr als 200 Menschen sollte die «Odyssey» ein Zuhause auf Zeit werden – für manche sogar auf Lebenszeit. Sie kauften oder mieteten Kabinen auf dem Kreuzfahrtschiff, um die Welt vom Meer aus zu entdecken.

    kreuzfahrt
    Es ist Aus für die «Odyssey»: Wegen explodierender Treibstoffkosten hatte der US-Anbieter Villa Vie Residences zuletzt den Betrieb überraschend ausgesetzt. - keystone

    Doch nach rund zwei Jahren auf See platzte der Traum Ende Oktober abrupt in Kambodscha. Nun hat das Schiff den Hafen von Sihanoukville im Südwesten des Landes verlassen – ohne Passagiere. Die waren bereits vor Tagen aufgefordert worden, von Bord zu gehen, und müssen derzeit ihr Leben neu organisieren.

    Das Auslaufen in der Nacht (Ortszeit) geht aus Daten des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic hervor. Demnach ist die «Odyssey» auf dem Weg nach Singapur. Bereits am Montag hatte der Fernsehsender BTV unter Berufung auf den Leiter der örtlichen Tourismusbehörde, Taing Sochitkrishna, berichtet, dass das Schiff am 4. November Sihanoukville verlassen werde.

    Wegen explodierender Treibstoffkosten hatte der US-Anbieter Villa Vie Residences zuletzt den Betrieb überraschend ausgesetzt. Während der monatliche Spritaufwand pro Kabine früher durchschnittlich rund 1.800 US-Dollar betragen habe, seien es in Asien zuletzt schätzungsweise 6.000 bis 8.000 US-Dollar gewesen, hatte der Betreiber mitgeteilt. Die Passagiere aus rund einem Dutzend Ländern mussten ihre Sachen packen und verloren innerhalb weniger Stunden ihr Heim auf See.

    Das Konzept des Unternehmens verbindet langfristige Weltreisen auf dem Meer mit dem Komfort eines festen Zuhauses. Ursprünglich sollte die dreijährige Tour alle sieben Kontinente umfassen und noch bis Ende 2027 dauern. Kambodschanischen Politikern zufolge berichteten einige der Betroffenen, für die endlose Kreuzfahrt ihre Häuser und Autos verkauft zu haben.

    Die ehemaligen Bewohner müssen nun ihre Weiterreise organisieren. Berichten zufolge unterstützten die Behörden die Gestrandeten unter anderem bei der Suche nach Unterkünften und Transportmöglichkeiten.

    Nach Angaben der kambodschanischen Nachrichtenseite «ThmeyThmey» hielten sich zu Wochenbeginn noch knapp 100 der ursprünglich mehr als 200 Passagiere in der Küstenprovinz Preah Sihanouk auf, andere reisten durch das Land. Einige weitere sollen Kambodscha bereits verlassen haben und in ihre Heimatländer oder zu anderen Zielen in der Region geflogen sein. Wie es mit der «Odyssey» weitergeht, ist derzeit unklar.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1892 (nicht angemeldet)

    Wird wahrscheinlich noch ein juristisches Nachspiel haben.

    User #1231 (nicht angemeldet)

    Und wo sind die Gewinne dieser Firma hingeflossen der jetzten Jahre? Verständlich ist einzig der Aufwand hat sich verdreifacht, aber hätten vielleicht solche Gutbetuchten auch diesen Aufpreis gezahlt? Mich wundert es, dass Leute Kabinen gekauft haben? Das Geld sollte zurückerstattet werden, sonst darf das Schiff nicht weiterreisen.

    Weiterlesen

    donald trump
    1'199 Interaktionen
    Midterms
    brandopfer
    40 Interaktionen
    Italienische Opfer

    MEHR IN NEWS

    Schachen bei Reute AR
    US-Midterms Premieren
    1 Interaktionen
    US-Wahlen

    MEHR AUS KAMBODSCHA

    US-Kreuzfahrtschiff «MV Odyssey»
    4 Interaktionen
    Phnom Penh
    US-Kreuzfahrtschiff «MV Odyssey»
    4 Interaktionen
    «Odyssey»
    Malaienbär
    1 Interaktionen
    Phnom Penh
    Brücke Zerstörung Thailand Kambodscha
    3 Interaktionen
    Konflikt mit Thailand