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VW wegen möglicher Sklavenarbeit in Brasilien verklagt

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Brasilien,

Die brasilianische Staatsanwaltschaft verklagt Volkswagen do Brasil wegen mutmasslicher Sklavenarbeit in den 70er- und 80er-Jahren.

Mitarbeiter von Volkswagen do Brasil, einem Filialunternehmen von Volkswagen, fertigen das Modell Sedan (Käfer) in einer Fabrik in Sao Paulo (Brasilien) an. Foto: VW do Brasil/dpa
Mitarbeiter von Volkswagen do Brasil, einem Filialunternehmen von Volkswagen, fertigen das Modell Sedan (Käfer) in einer Fabrik in Sao Paulo (Brasilien) an. (Archivbild) - dpa-infocom GmbH

Die brasilianische Staatsanwaltschaft für Arbeitsrecht hat Volkswagen do Brasil wegen möglicher Sklavenarbeit auf einer Amazonas-Farm in den 1970er- und 1980er-Jahren verklagt. In der Zivilklage fordert die Behörde Entschädigungszahlungen in Höhe von 165 Millionen Reais (rund 24 Mio. Franken).

Volkswagen do Brasil äusserte sich dazu auf Anfrage zunächst nicht. Im März vergangenen Jahres war eine aussergerichtliche Einigung gescheitert. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Zustände auf dem Agrarbetrieb Fazenda Volkswagen, der einer Tochterfirma von Volkswagen do Brasil gehörte.

Bewaffnete Wachleute hinderten Arbeiter am Verlassen

Nach Angaben der Ermittler hinderten bewaffnete Wachleute und ein System der Schuldknechtschaft die Arbeiter am Verlassen der Farm. Dies seien Merkmale von moderner Sklavenarbeit.

«Dokumente und Zeugenaussagen belegen die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen auf der Fazenda während dieser Zeit», sagte Staatsanwalt Rafael Garcia Rodrigues. «Die Arbeiter waren durch erschöpfende Arbeitszeiten, entwürdigende Arbeitsbedingungen und Schuldknechtschaft sklavereiähnlichen Bedingungen ausgesetzt.»

Mit der Fazenda Volkswagen wollte der Autokonzern damals in das Fleischgeschäft einsteigen. Die Farm wurde in den 1970er-Jahren gegründet und von der brasilianischen Militärdiktatur unterstützt. Sie war rund 1400 Quadratkilometer gross und hatte etwa 300 Arbeiter. Die für die Rodung zuständigen Leiharbeiter waren nicht direkt bei dem Tochterunternehmen angestellt.

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Kommentare

User #3101 (nicht angemeldet)

Mit europäischen Ländern kann man es jederzeit machen. Brasiliens Gesetze von damals haben diese Umgangsformen erlaubt, sonst hätte auch ein Betrieb wie VW schon damals nicht ungestraft vorgehen können.

User #3975 (nicht angemeldet)

VW ist bekannt dafür seit Jahren.

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