In Dubai sollte ein riesiges Oktoberfest stattfinden, wie in München. Jetzt der Entscheid: Das Volksfest darf nicht als «echtes Oktoberfest» werben.
Im vergangenen Jahr gab es Furore um ein "«Oktoberfest in Dubai». Nach einem Rechtsstreit dürfen die Veranstalter nicht mehr damit werden, dass das Oktoberfest nach Dubai umziehe - denn nur München hat die echte Wiesn.
Im vergangenen Jahr gab es Furore um ein "«Oktoberfest in Dubai». Nach einem Rechtsstreit dürfen die Veranstalter nicht mehr damit werden, dass das Oktoberfest nach Dubai umziehe - denn nur München hat die echte Wiesn. - Tobias Hase/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentlich hätte in Dubai eine Art Mega-Wiesn stattfinden sollen.
  • Das Volksfest darf nicht mehr so beworben werden wie zuvor.
  • Denn: Die echte Wiesn hat nur München.

Eine Wiesn in der Wüste - die Ankündigung klang gut. Doch mehrfach geriet Sand ins Getriebe, das Fest fand bisher nicht statt. Ein Rechtsstreit ist nun beigelegt: Nur München hat die echte Wiesn.

Das coronabedingt abgesagte Münchner Oktoberfest nach Dubai: Diesen Eindruck erweckten im vergangenen Jahr Veranstalter eines Fests in dem Wüstenstaat und machten damit Furore.

Doch bisher hat es in Dubai das angekündigte Volksfest nicht gegeben. Sollte es diesen Herbst dazu kommen, dürfen die Veranstalter nicht damit werben, die echte Wiesn ziehe nach Dubai um.

Formulierungen wie «Oktoberfest goes Dubai» sowie «Oktoberfest Dubai» oder «Das traditionelle Oktoberfest am Ort der EXPO 2021 Weltausstellung» werden unterlassen. Dazu verpflichteten sie sich am Donnerstag im Prozess vor dem Oberlandesgericht München. Dies, wenn sie gekoppelt sind mit einer sinngemässen Aussage, das Münchner Oktoberfest ziehe nach Dubai um.

Auch Fotos dürfen nicht mehr verwendet werden

Die Veranstalter hätten eine umfangreiche Unterlassungserklärung gegenüber der Stadt München abgegeben. Daraufhin sei der Rechtsstreit für erledigt erklärt worden, teilte ein OLG-Sprecher mit. Auch Fotos der echten Wiesn mit Schriftzügen wie «Das grösste Volksfest der Welt in Dubai» dürfen sie nicht verwenden. Dies, wenn der Eindruck entsteht, es sei die originale Wiesn.

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An der Wiesn wird viel Bier getrunken. Foto: Tobias Hase/dpa - dpa-infocom GmbH

Bereits im vorigen Sommer hatte das Landgericht München I entschieden, diese Art der Reklame bediene sich am Weltruf der Wiesn. Mit Ankündigungen wie «Oktoberfest goes Dubai» hätten die Veranstalter den falschen Eindruck erweckt.

So als ziehe das Traditionsfest in das arabische Emirat um. Das entschied das Gericht damals auf Antrag der Stadt München. Gegen diese Entscheidung hatten die Veranstalter des Dubaier Events Rechtsmittel eingelegt.

«Es ist eine klare Ansage an Trittbrettfahrer. Die Wiesn eignet sich nicht dafür nicht», so kommentierte der Chef der Münchner Wiesn, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner, die Unterlassungserklärung.

Oktoberfest wird gerne nachgemacht

Rund um den Globus ist das Oktoberfests bekannt - und wird gerne nachgemacht. Die bayerische Gemütlichkeit boomte vor der Pandemie unter Palmen in der Karibik wie im hohen Norden.

Gut 2000 Volksfeste gab es weltweit, die sich auch Oktoberfest nannten. «Aber sie haben nicht den Eindruck erweckt, dass sie das Münchner Original sind», erläuterte Baumgärtner. Der Unterschied zu Dubai sei, dass diese anderen Volksfeste eine eigene Identität gehabt hätten.

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Die Mensch feiern ausgelassen an der Wiesn. - keystone

Das sehen die Veranstalter des Dubai-Events freilich anders. «Wir nehmen dem Oktoberfest nichts weg», sagte Anwalt Manfred Zipper. «Das sind zwei völlig unterschiedliche Volksfeste.» Das kam vor einem Jahr zumindest in der Öffentlichkeit anders an.

Die Veranstalter des Events in Dubai hatten das Fest zunächst für Oktober 2021 angekündigt, dann aber verschoben. Es wurde damals mit der Pandemie begründet. Dann sollte das Fest 2022 stattfinden, doch auch daraus wurde bisher nichts.

Nach neuen Plänen der Macher könnte das Wüsten-Oktoberfest nun am 15. Oktober beginnen und drei Monate dauern.

Mit 400'000 Quadratmetern wollen sie die Münchner Wiesn mit knapp 350'000 Quadratmetern sogar toppen. Aber auch jetzt sei «nichts fix», sagt Zipper und begründet das erneut mit der Pandemie. Alles sei «noch relativ vage».

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