Sri Lanka bereitet sich auf eine Präsidentschaftswahl vor. Vier Kandidaten haben Chancen, das Amt vom zurückgetretenen Rajapaksa zu erben.
Stellt sich den Abgeordneten zur Wahl: Ranil Wickremesinghe.
Stellt sich den Abgeordneten zur Wahl: Ranil Wickremesinghe. - Eranga Jayawardena/AP/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sri Lanka kämpft mit der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.
  • Präsident Rajapaksa trat nach Protesten zurück und flüchtete aus dem Land.
  • Um seine Nachfolge kämpfen vier Kandidaten, doch nur zwei gelten als aussichtsreich.

Wer wird neues Staatsoberhaupt des Inselstaats? Es könnte auf einen Zweikampf zwischen dem bisherigen Regierungschef Ranil Wickremesinghe und Oppositionsführer Sajith Premadasa hinauslaufen. Nach der Flucht und dem Rücktritt von Sri Lankas Präsident Gotabaya Rajapaksa bereiten sich die Parteien des Landes auf die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts an diesem Mittwoch (20. Juli) vor.

Vier Kandidaten stellen sich im Parlament in der Hauptstadt Colombo zur Wahl, doch gelten nur zwei von ihnen als chancenreich.

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Gotabaya Rajapaksa will nach Sri Lanka zurückkehren. - Eranga Jayawardena/AP/dpa

Nach anhaltenden Massenprotesten in dem vor der Südspitze Indiens gelegenen Inselstaat hatte sich Rajapaksa in der Nacht zum vorigen Mittwoch ins Ausland abgesetzt. Der bisherige Regierungschef Ranil Wickremesinghe wurde als geschäftsführender Präsident vereidigt. Er stellt sich am Mittwoch nun den Abgeordneten zur Wahl.

Beobachter in Colombo erwarten, dass die Präsidentenkür auf einen Zweikampf zwischen ihm und dem Oppositionsführer Sajith Premadasa hinausläuft. Weitere Kandidaten sind Dullas Alahapperuma, langjähriger Abgeordneter der regierenden Volkspartei, und der Vertreter der Marxistischen Partei, Anura Kumara Dissanayake.

Der hoch verschuldete Inselstaat mit seinen etwa 22 Millionen Einwohnern erlebt derzeit die schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Nach der Flucht Rajapaksas sind die Strassenproteste abgeflaut. Rund 500 Menschen halten aber weiterhin Teile des Präsidentenpalastes besetzt, nachdem dieser zuvor von den Demonstranten überrannt worden war.

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