Terminunterschiede bei der Fasnacht gehen in 11. Jahrhundert zurück
Die Fasnacht beginnt nicht jedes Jahr am gleichen Datum. Das liegt daran, dass auch Ostern nicht jedes Jahr auf den gleichen Kalendertag zu liegen kommt. Aber wieso starten nicht alle Fasnachten am gleichen Tag? Die Erklärung dafür geht bis in das 11. Jahrhundert zurück.

Es geht um unterschiedliche Interpretationen der christlichen Fastenzeit vor Ostern, wie der Germanist Werner Mezger in seinem Buch «Narrenidee und Fastnachtsbrauch» von 1991 schreibt. Laut ihm ist die Fasnacht historisch klar in das christliche Kirchenjahr eingeordnet und nicht etwa in eine heidnische Tradition.
So findet die Fasnacht vor oder zu Beginn der Fastenzeit statt. Der Anfang der 40-tägigen Fastenzeit ist wiederum von ihrem Ende an Ostern abhängig, das auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling fällt. Dessen Datum variiert von Jahr zu Jahr.
Zunächst wurden die Sonntage bis Ostern in diese 40 Fastentage eingerechnet, wie Mezger schreibt. Damit habe die Fastenzeit nach dem ersten Fastensonntag, dem Invocavit-Sonntag, sechs Wochen vor Ostern angefangen. Oder genauer am Dienstag danach, wie Katja Zimmer im 183. Band des Neujahrsblatts der GGG (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel – 2005) schreibt. Die Fasnacht sei damit auf den Montag vor Fastenbeginn gefallen.
Invocavit ist dieses Jahr am 22. Februar, die Basler Fasnacht beginnt am 23. um 4 Uhr mit dem Morgestraich. Sie wird als Bauernfasnacht oder «alte Fasnacht» bezeichnet, wie Mezger ausführt.
Doch nicht überall blieb es bei dieser Terminsetzung. Laut Mezger hat sich im 11. Jahrhundert die kirchliche Auffassung durchgesetzt, dass die Sonntage aus der Fastenzeit ausgespart werden sollten. Damit sei der Beginn der Fastenzeit auf den Aschermittwoch vorverlegt worden – und damit vielerorts auch der Anfang der Fasnacht.
Der Aschermittwoch war dieses Jahr am 18. Februar. Der Morgestraich der Fasnacht im an Basel grenzenden Allschwil BL begann am Sonntag, 15. Februar. Die Luzerner Fasnacht begann gar schon am 12. Februar mit dem Urknall, traditionellerweise am Schmutzigen Donnerstag, sechs Tage vor ihrem Ende am Aschermittwoch.










