Zwei Tage vor der geplanten Amtseinführung des neuen Präsidenten Mohammed Bazoum ist im Niger nach Angaben der Regierung ein Staatsstreich vereitelt worden.
Mohammed Bazoum
Mohammed Bazoum - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Regierung: Angriff auf Demokratie abgewehrt - Mehrere Festnahmen.

Der «Putschversuch», der in der Nacht zum Mittwoch niedergeschlagen worden sei, habe die Demokratie und den Rechtsstaat in dem Sahel-Staat gefährdet, erklärte die Regierung in Niamey. Sie verurteilte den «feige Akt». Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden.

Anwohner des Stadtviertels am Präsidentenpalast in Niamey sagten der Nachrichtenagentur AFP, dass sie von Schüssen aus schweren und leichten Waffen geweckt wurden. Die Regierung teilte mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Nach anderen werde noch gefahndet. «Die Lage ist vollständig unter Kontrolle», betonte die Regierung.

Die am Putschversuch beteiligten Militärs hätten sich dem Präsidentenpalast nicht annähern können, weil die Präsidentengarde auf sie geschossen habe, hiess es aus Sicherheitskreisen. Im Umfeld Bazoums war von einem «kleinen Putschversuch» die Rede, der schnell niedergeschlagen worden sei.

Das Viertel um den Präsidentenpalast wurde am Mittwoch von den Sicherheitskräften durchsucht. Im Stadtzentrum von Niamey waren keine Besonderheiten gegenüber anderen Tagen zu spüren. Die US-Botschaft setzte ihre konsularischen Tätigkeiten bis auf weiteres aus und empfahl den US-Bürgern, zu Hause zu bleiben. Auch die französische Botschaft empfahl ihren Bürgern, das Haus nicht zu verlassen.

Ex-Präsident Mahamane Ousmane hatte den Sieg Bazoums bei der Präsidentenwahl im Februar bestritten und zu friedlichen Demonstrationen aufgerufen. Im Niger wurden in den vergangenen Wochen zahlreiche Überfälle auf Zivilisten verübt. Dabei wurden seit der Jahreswende mindestens 300 Menschen getötet.

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