Zwischenverhandlungen zur Vorbereitung der UN-Biodiversitätskonferenz (COP15) im Dezember sind ohne grosse Fortschritte zu Ende gegangen.
Brandrodung in Peru
Brandrodung in Peru - AFP/Archiv
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Das Wichtigste in Kürze

  • Uneinigkeit bei Pestizid-Einsatz und finanzieller Unterstützung ärmerer Länder.

Die Leiterin des Sekretariats der UN-Konvention, Elizabeth Maruma Mrema, räumte am Sonntag zum Abschluss der einwöchigen Gespräche in der kenianischen Hauptstadt Nairobi ein, die Fortschritte seien «begrenzt». Sie fügte hinzu: «Wir können es uns nicht leisten zu scheitern.»

«Es gibt viel Arbeit - viel mehr, als wir gedacht hätten», räumte der Co-Vorsitzende der Konvention, Basile van Havre, ein. Die Arbeit könne aber noch erledigt werden. In einer Abschluss-Pressemitteilung hiess es, die Delegierten der 196 Teilnehmer-Länder hätten «Konsens bei einigen Zielen erzielt».

Die Delegierten sollten in Nairobi einen Entwurf für ein wichtiges Artenschutzabkommen erarbeiten, das bei der COP15 im Dezember im kanadischen Montréal vereinbart werden soll. «Die meiste Zeit wurde mit Streitereien über technische Fragen verbracht, wichtige Entscheidungen blieben ungelöst und wurden auf die COP verschoben», beklagte aber Brian O'Donnell, Leiter der Campaign for Nature.

Dank der Vereinbarung soll die Menschheit bis 2050 das Ziel erreichen, «in Harmonie mit der Natur» zu leben. Wichtige Etappen auf diesem Weg sollen bis 2030 erreicht werden. Viele hoffen, dass letztlich ein Abkommen zustande kommt, das ähnlich ehrgeizig ist wie das Pariser Abkommen von 2015 für den Klimaschutz.

Diskutiert wird unter anderem, bis 2030 mindestens 30 Prozent aller Land- und Meeresgebiete unter Schutz zu stellen. Ausserdem sollen die Plastikverschmutzung und die Umweltbelastung durch die Landwirtschaft deutlich verringert werden.

Einer der grössten Streitpunkte ist die Reduzierung von Pestiziden und Düngemitteln in der Landwirtschaft. Die EU will die Problematik explizit in die Vereinbarung mit aufnehmen. Dafür gibt es laut einem Delegierten aber «wenig Unterstützung». Vertreter des globalen Südens verweisen dabei auf die Notwendigkeit einer verstärkten Produktion von Lebensmitteln wegen der Nahrungsmittelkrise, die weite Teile der Welt erfasst hat.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Unterstützung armer Länder beim Naturschutz durch Zahlungen reicher Länder. Brasilien sowie 22 weitere Länder - darunter Argentinien, Südafrika, Kamerun, Ägypten und Indonesien - fordern, dass die reichen Länder bis 2030 mindestens 100 Milliarden Dollar (gut 94 Milliarden Euro) pro Jahr für den Erhalt der Artenvielfalt in Entwicklungsländern bereitstellen.

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