Nach Bar-Brand: Erste Sicherheitsbeauftragte im Wallis kündigen

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Oberwallis,

Nach dem Bar-Brand in Crans-Montana steigt der Druck auf Walliser Sicherheitsbeauftragte. In ersten Gemeinden sollen diese schon gekündigt haben.

Crans-Montana Brand Bar Constellation
Durch die Brand-Katastrophe in der Bar «Le Constellation» ist der Druck auf Sicherheitsbeauftragte im Wallis stark gestiegen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Walliser Gemeinden haben zuletzt Sicherheitsstellen ausgeschrieben.
  • Laut einer Stadtschreiberin haben in einigen Gemeinden Sicherheitsbeauftragte gekündigt.
  • Diese Woche fand im Kanton ein Informationsanlass mit den Sicherheitsbeauftragten statt.

Das Thema Sicherheit bleibt im Kanton Wallis nach der Brandkatastrophe in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana zentral. Diese Woche fanden im Ober- und Unterwallis Informationsveranstaltungen für Sicherheitsbeauftragte der Gemeinden mit Verantwortlichen des Kantons statt.

Dabei ging es darum, Verantwortlichkeiten und Fragen zu klären. Für die Sicherheitsbeauftragten war der Anlass obligatorisch.

Teilnehmende Unterwalliser Sicherheitsbeauftragte kritisieren im Anschluss an das Treffen im «RTS» anonym den Kanton. Der Anlass sei ein Fehlschlag gewesen, die Hauptfragen blieben unbeantwortet. Der Kanton habe lediglich zugesichert, bis Ende Monat schriftlich auf die insgesamt 270 eingereichten Fragen zu antworten.

«In der Branche herrscht Panik»

Ausserdem sei der Druck, der seit der Brand-Katastrophe in Crans-Montana auf ihnen laste, enorm. Es fehle ihnen an Mitteln, um ihre Aufgaben ordnungsgemäss erfüllen zu können.

Wegen der Unzufriedenheit läuten bei den Gemeindepräsidenten die Alarmglocken. «In der Branche herrscht Panik», sagt ein Gemeindepräsident.

Bereitet dir die Situation mit den Sicherheitsbeauftragten Sorgen?

Auch weil der aktuelle und ehemalige Sicherheitsbeauftragte von Crans-Montana vor Gericht stehen würden. «Man lädt enorme Verantwortung auf Personen, die teilweise nur 5000 Franken im Monat verdienen.»

«Wissen von Gemeinden, bei denen Sicherheitsbeauftragte gekündigt hat»

Dabei fällt auf: Mehrere Gemeinden haben zuletzt Sicherheitsstellen ausgeschrieben. Unter anderem will Sitten eine zweite Person für die Sicherheitsverantwortung engagieren. Verstärkung im Brandschutz-Bereich sucht auch die Gemeinde Brig-Glis.

Stadtschreiberin Isabelle Hanselmann erklärt dem «Walliser Boten»: «Generell ist der Druck auf Mitarbeitende im Bereich Brandschutz aktuell sicher hoch.» Und: «Wir wissen von Gemeinden, bei denen der Sicherheitsbeauftragte gekündigt hat.»

Positiver sieht die Informationsanlässe von dieser Woche Marie Claude Noth-Ecœur, die Chefin der kantonalen Dienststelle für zivile Sicherheit und Militär. Im «RTS» bezeichnet sie die Gespräche als «konstruktiv».

Künftig direkt beim Kanton angestellt?

Die eingebrachten Erfahrungen der Sicherheitsbeauftragten würden in die weiteren Überlegungen des Kantons einfliessen. Dies gelte vor allem für die Revision des kantonalen Brandschutzgesetzes.

Laut dem «Walliser Boten» sind momentan 110 Sicherheitsbeauftragte in den Gemeinden des Kantons tätig. Einmal im Jahr gebe es eine obligatorische Fortbildung.

Diskutiert werde aktuell auch die Frage, ob diese künftig direkt beim Kanton statt bei den Gemeinden angestellt werden sollten. So könnten die Gemeinden entlastet und Kontrollen vereinheitlicht werden.

Bereits vorgesehen sei eine Intensivierung der Ausbildung der Sicherheitsbeauftragten. Schon im November des vergangenen Jahres hatte der Walliser Staatsrat entschieden, das Gesetz zum Schutz gegen Feuer und Naturgefahren zu reformieren. Ein wichtiger Punkt dürfte dabei die Rolle der Sicherheitsbeauftragten sein.

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