Das UN-Kinderhilfswerk Unicef will mehr gegen die Kinderarbeit unternehmen. Nun ist die Zahl wieder gestiegen. Das liegt in erster Linie nicht an der Pandemie.
Kinderarbeit
Kinderarbeit in Nepal. Der Ständerat befasst sich heute zum wiederholten Mal mit der Frage, ob Schweizer Unternehmen haften sollen, wenn ihre Tochtergesellschaften im Ausland Menschenrechte verletzen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Fast 160 Millionen Kinder weltweit müssen schädigende Arbeit verrichten.
  • Laut der Unicef ist die Kinderarbeit wieder angestiegen. Jedoch nicht wegen der Pandemie.
  • Die aus der Pandemie resultierende Armut könnte die Lage aber verschärfen.

Fast jedes zehnte Kind weltweit muss Arbeit verrichten, die für die kindliche Entwicklung schädlich ist. Das waren im vergangenen Jahr nach Schätzungen weltweit 160 Millionen Menschen zwischen 5 und 17 Jahren. Das berichtet die Weltarbeitsorganisation (ILO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef zum Welttag gegen Kinderarbeit am Samstag.

Anstieg der Kinderarbeit liegt nicht an der Pandemie in erster Linie

Erstmals seit 20 Jahren ist die Zahl der arbeitenden Minderjährigen gestiegen, um 8,7 Millionen seit 2016. Der Anstieg liegt nicht an der Corona-Pandemie, wie die Autoren betonen. Erste Untersuchungen deuteten vielmehr darauf hin, dass wegen des Konjunktureinbruchs weltweit weniger Minderjährige einer wirtschaftlichen Aktivität nachgingen. Die Daten werden alle vier Jahre erhoben.

Langfristig dürften die Folgen der Pandemie die Lage verschärfen. Wegen der wachsenden Armut könnten bis Ende 2022 weitere neun Millionen Minderjährige gezwungen sein, zu arbeiten, so der Bericht. Manche Familien wüssten sich nicht anders zu helfen, als ihre Kinder zur Mitarbeit heranzuziehen, um nicht hungern zu müssen.

Brechende Arbeitsbedingungen

Mit Kinderarbeit ist nicht gemeint, dass Minderjährige im Haushalt helfen oder sich Taschengeld verdienen. Laut ILO geht es um Ausbeutung, also Arbeit, die den jungen Menschen ihre Kindheit, ihr Potenzial und ihre Würde stiehlt. Die Folgen sind für die physische und geistige Entwicklung der Kinder schädlich.

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