USA fordern 20 Jahre keine Urananreicherung vom Iran
Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA brachten vorerst kein Ergebnis. Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
- Am Samstag begonnene Gespräche wurden jedoch ohne Ergebnis beendet.
- Hier im Ticker verpasst du keine neue Entwicklung.
Letzte Woche einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen.
Erste Gespräche zwischen einer US-Delegation um Vizepräsident JD Vance und iranischen Vertretern in Pakistan brachten zwar keine Ergebnisse. Die Bemühungen der Vermittler laufen jedoch weiter – und Vance spricht plötzlich gar von «echten Fortschritten».
Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.
Trump: Iran hat «angerufen»
06.35: Nach zunächst gescheiterten Gesprächen hätten Vertreter aus Teheran laut Trump Kontakt zu USA aufgenommen: «Sie wollen einen Deal machen» – und zwar unbedingt, sagte er. Und weiter: «Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden», sagte Trump am Mittag (Ortszeit) in der US-Hauptstadt Washington.
Zentraler Streitpunkt bleibt demnach die Forderung Washingtons, dass Iran niemals Atomwaffen besitzen dürfe. Trump zeigte sich überzeugt, dass Teheran letztlich zustimmen werde – andernfalls werde es kein Abkommen geben.
Börsen in Ostasien starten optimistisch in den Handelstag
04.35: Die Börsen in Ostasien sind nach Spekulationen über eine baldige Fortsetzung der US-iranischen Friedensgespräche mit deutlichen Kursanstiegen in den Handelstag gestartet. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg bis zum Vormittag (Ortszeit) um 2,5 Prozent.
Der südkoreanische Kospi lag zum selben Zeitpunkt knapp 3,3 Prozent im Plus. Der Hongkonger Hang Seng Index stieg unmittelbar nach Handelsstart um 1,1 Prozent. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,5 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zum Mittag knapp 0,7 Prozent.

Damit scheinen die Märkte auf einen baldigen Deal zwischen Washington und Teheran zu setzen. Nach bisher unbestätigten US-Medienberichten soll Präsident Donald Trump zu einer Fortsetzung der vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran bereit sein.
Medien: USA fordern 20 Jahre keine Urananreicherung vom Iran
03.13: Die USA haben den Iran Medienberichten zufolge dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Einen entsprechenden Vorschlag hätten sie Teheran bei den Verhandlungen am Wochenende vorgelegt, berichten das Nachrichtenportal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle beziehungsweise mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Der Iran hat nach Informationen von US-Medien seinerseits vorgeschlagen, für einen kürzeren Zeitraum auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. «Axios» sprach von einem Zeitraum im «einstelligen» Bereich, das «Wall Street Journal» von wenigen Jahren.

Auch die US-Forderung, dass das hochangereicherte Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, aus dem Land entfernt werden solle, lehnten die Iraner den Berichten zufolge ab.
Irans Präsident wirft USA mangelnden politischen Willen vor
03.00: Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat erneut die US-Seite für das Scheitern der Friedensgespräche zwischen den beiden Kriegsparteien in Islamabad verantwortlich gemacht.
Übertriebene Forderungen und der «mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter» hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Vance: Haben in Iran-Gesprächen echte Fortschritte gemacht
02.17: Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben nach der Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance zu echten Fortschritten geführt – jetzt liege der Ball aber bei den Iranern.
Trotz bestehender Differenzen sei vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. «Wir haben grosse Fortschritte gemacht.» Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, bei dem wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen – nämlich deren Atomprogramm.

Vance: Iran hat sich bei Urananreicherung nicht genug bewegt
Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hochangereicherte Uran ausser Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. «Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt», sagte Vance.
Wann und ob es zu weiteren Verhandlungen kommt, liess Vance offen. «Im Grunde genommen ist das eine Frage, die man den Iranern stellen sollte, denn der Ball liegt in ihrem Feld.»
UN-Chef Guterres zu Iran-Krieg: Einigung nicht über Nacht möglich
01.27: UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in Pakistan zu einer Fortsetzung der Gespräche gemahnt.
Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die «Ernsthaftigkeit des Engagements» betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit.

«Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche konstruktiv fortzusetzen, um eine Einigung zu erreichen», so der Sprecher.
Hisbollah-Chef fordert Absage der Verhandlungen mit Israel
21.52: Hisbollah-Chef Naim Kassim hat kurz vor einem historischen Treffen israelischer und libanesischer Vertreter zum Abbruch der anstehenden Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aufgerufen. Kassim rief die Regierung in Beirut in einer im Fernsehen übertragenen Rede dazu auf, eine «historischen Haltung» einzunehmen. Sie solle das Treffen absagen.










