Die US-Truppen begannen unterdessen ihren Abzug aus Kabul. Sie sollen Afghanistan bis Dienstag verlassen.
Ein US-Soldat auf dem Gelände des Kabuler Flughafens. Foto: Cpl. Davis Harris/U.S. Marine Corps via AP/dpa
Ein US-Soldat auf dem Gelände des Kabuler Flughafens. Foto: Cpl. Davis Harris/U.S. Marine Corps via AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zum Dienstag sollen alle US-Truppen den Flughafen von Kabul verlassen haben.
  • Wie viele sich derzeit noch dort befinden, ist aus Sicherheitsgründen nicht bekannt.
  • Mehrere Verbündete der USA haben ihre Einsätze in Kabul bereits beendet.

Das US-Militär werde noch bis zum geplanten Abzug am Dienstag für Sicherheit und Betrieb des Flughafens Kabul verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Alle Tore des Flughafens stünden weiter unter Kontrolle der US-Armee.

Die militant-islamistischen Taliban hatten zuvor behauptet, bereits mehrere Tore des Flughafens zu kontrollieren. Kirby erklärte, die Taliban hätten zwar Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet. «Aber sie kontrollieren keine Tore, sie sind nicht am Flughafen und haben keine Rolle für die Sicherheit.»

Am Freitag waren noch mehr als 5000 US-Truppen am Flughafen Kabul stationiert gewesen. Bis zum vollständigen Abzug werde man aus Sicherheitsgründen keine Informationen zur Truppenstärke mehr bekanntgeben, sagte Kirby.

US-Verbündete haben Einsätze beendet

Deutschland und mehrere andere Verbündete der USA haben ihre Einsätze in Kabul bereits beendet, am Samstag flog auch Grossbritannien seine letzten Soldatinnen und Soldaten aus. Das Verteidigungsministerium in London dankte am Abend über Twitter «all denen, die unter enormem Druck und schrecklichen Bedingungen so tapfer gedient haben, um die am meisten gefährdeten Zivilisten sicher zu evakuieren».

Bislang brachten die US-Luftwaffe und Verbündete seit Mitte August mehr als 112 000 eigene Staatsbürger und frühere afghanische Helfer ausser Landes. Das US-Militär soll noch bis Dienstag Menschen evakuieren, allerdings wird die Zahl der ausgeflogenen Personen wegen des gleichzeitigen Abzugs von Soldaten und Ausrüstung sinken.

Deutschland hofft, dass Schutzsuchende künftig auch mit zivilen Flugzeugen ausreisen können. Offenbar warten noch rund 300 Deutsche und mehr als 10'000 Afghanen auf Ausreise nach Deutschland.

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