Die Uno sieht Fortschritte bei der Lage von ausländischen Arbeitern in Katar. Experten mahnen aber zugleich weitere Reformen an.
Zehn Prozent der Uno-Mitarbeiter berichteten von unangemessenen Berührungen.
Zehn Prozent der Uno-Mitarbeiter berichteten von unangemessenen Berührungen. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Experten der Uno kommt es zu Fortschritten bei den Arbeiterrechten in Katar.
  • Berichte über Ausbeutungen von ausländischen Arbeitern hatten Schlagzeilen gemacht.

Uno-Experten sehen Fortschritte bei der Lage von ausländischen Arbeitern im WM-Gastgeberland Katar. Sie mahnen aber zugleich weitere Reformen an.

Ausländische Arbeiter bräuchten seit vergangenem Monat kein Ausreisevisum mehr, um das Land verlassen zu dürfen, sagte der Leiter des Büros der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Katar, Houtan Homayounpour, der Nachrichtenagentur DPA. Das sei ein «grosser Meilenstein».

Das Emirat am Golf ist Gastgeber der Fussball-Weltmeisterschaft 2022. Für das Turnier werden sieben neue Stadien gebaut. Auf den Baustellen werden bis zu 36'000 ausländische Arbeiter im Einsatz sein.

Kritik über Kafala-System

In der Vergangenheit hatten Berichte über die Ausbeutung von ausländischen Arbeitern und andere Menschenrechtsverletzungen in dem Land international für Schlagzeilen gesorgt. Im Zentrum der Kritik steht das sogenannte Kafala-System, das ausländische Arbeiter an einen einheimischen Sponsor bindet. So brauchten diese bis vor Kurzem ein Ausreise-Visum ihres Arbeitgebers, um Katar verlassen zu dürfen.

Nach wie vor können ausländische Arbeiter in Katar ohne Einwilligung ihres Arbeitgebers aber praktisch nicht den Job wechseln. Homayounpour rechnet jedoch damit, dass das Kafala-System bis Ende nächsten Jahres ganz abgeschafft wird.

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