Fukushima

    UN-Report: Strahlenschäden durch Fukushima statistisch nicht belegbar

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    Österreich,

    Die Atomkatastrophe von Fukushima hat gemäss eines UN-Berichts keine statistisch nachweisbaren Schäden bei der japanischen Bevölkerung hinterlassen.

    Yoshihide Suga (l), Ministerpräsident von Japan, besucht ein Roboterentwicklungszentrum in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi. Am 11. März 2021 findet der 10. Jahrestag der Tsunami-Katastrophe in Fukushima statt. Foto: ---/Kyodo/dpa
    Yoshihide Suga (l), Ministerpräsident von Japan, besucht ein Roboterentwicklungszentrum in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi. Am 11. März 2021 findet der 10. Jahrestag der Tsunami-Katastrophe in Fukushima statt. Foto: ---/Kyodo/dpa - sda - Keystone/Kyodo/---

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Atomkatastrophe von Fukushima hat die Gesundheit der Japaner nicht beeinträchtigt.
    • Zu diesem Schluss kommt ein Expertengremium der EU.

    Die Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 hat nach Angaben eines UN-Expertengremiums in der japanischen Bevölkerung zu keinen statistisch nachweisbaren Schäden durch Verstrahlung geführt.

    Zu diesem Schluss kommt eine Studie des UN-Strahlenschutzkomitees (UNSCEAR), die am Dienstag in Wien zum zehnten Jahrestag der Katastrophe veröffentlicht wurde.

    Die radioaktive Belastung erhöhe das Krebsrisiko der Bevölkerung nicht in einem Ausmass, das eindeutig über normalen Werten liege.

    Steigerung an Schilddrüsenkrebs nicht wegen der Strahlung

    Die Wissenschaftler beleuchteten auch die starke Steigerung an Schilddrüsenkrebs, die im vergangenen Jahrzehnt in der Umgebung des AKW bei Kindern beobachtet wurde. Dazu schreiben sie, die Zunahme sei nicht auf Strahlung zurückzuführen, sondern auf sehr engmaschigen Untersuchungen, die Fälle ans Licht brachten, die sonst unentdeckt geblieben wären.

    nuklearkatastrophe von fukushima
    Beschädigtes Atomkraftwerk in Fukushima. - AFP/Archiv

    In anderen Gebieten und Ländern ohne radioaktive Belastung habe solches Monitoring ebenfalls zu höheren Zahlen geführt.

    Schlimmste Atomkatastrophe seit Tschernobyl

    Infolge eines starken Erdbebens mit anschliessendem Tsunami am 11. März 2011 wurden in Japan insgesamt 18'500 Menschen getötet. Im AKW Fukushima Daiichi kam es im Zuge der Naturkatastrophe zu einer Kernschmelze und damit zu einem Super-Gau. Wegen der radioaktiven Strahlung mussten 160'000 Anwohner fliehen. Es war die schlimmste Atomkatastrophe seit dem Unfall im ukrainischen AKW Tschernobyl 1986.

    Fukushima
    Die Katastrophentage im März 2011 hinterliessen in Fukushima immense Schäden. - Keystone

    «Es ist eine Katastrophe, aber es ist keine Strahlenkatastrophe», sagte die Strahlenbiologin Anna Friedl, die Deutschland im UNSCEAR vertritt. Im Vergleich zu Tschernobyl seien in Fukushima weit weniger radioaktive Stoffe freigesetzt worden - und grösstenteils im Meer statt auf Land niedergegangen.

    Kein Krebsrisiko wegen des Unfalls

    Auch habe die Bevölkerung dort weniger verseuchte Lebensmittel zu sich genommen, sagte Friedl der Nachrichtenagentur DPA in ihrer Funktion als Forscherin am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

    Der Bericht bedeute jedoch nicht, dass wegen des Unfalls gar kein Krebsrisiko bestehe, betonte UNSCEAR. Unter etwa 170 Rettungskräften, die sehr hoher Strahlung ausgesetzt waren, seien wegen Fukushima zwei oder drei zusätzliche Krebs-Fälle zu erwarten.

    In Japan liegt die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, allgemein bei 35 Prozent. Dem Expertengremium zufolge traten auch Stress, Herzprobleme und andere Krankheiten infolge von Evakuierungen auf.

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