UN: Mehr als 800 Hinrichtungen im Iran seit Jahresbeginn

Keystone-SDA
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Iran,

UN-Angaben zufolge sind im Iran seit Jahresbeginn mindestens 841 Menschen hingerichtet worden – fast so viele wie im gesamten Vorjahr.

Iran Daily Life
Menschen überqueren am 28. August 2025 eine Strasse in Teheran. Laut UN-Menschenrechtsbüro steigt die Zahl der Hinrichtungen im Iran stark an. - keystone

UN-Menschenrechtler beobachten einen starken Anstieg von Hinrichtungen im Iran. Seit Jahresbeginn seien mindestens 841 Todesurteile vollstreckt worden, teilte das UN-Menschenrechtsbüro in Genf mit. Zum Vergleich: 2024 waren es den Angaben zufolge insgesamt mindestens 975 Hinrichtungen im Iran.

Im Juli seien 110 Hinrichtungen dokumentiert worden, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Monat des Vorjahres.

Die hohe Zahl an Exekutionen weise darauf hin, dass der Staat die Todesstrafe systematisch einsetze, um abweichende Meinungen zu unterdrücken, sagte UN-Menschenrechts-Sprecherin Ravina Shamdasani. Den Verurteilten würden häufig bewaffnete Rebellion, religiöse Verbrechen oder Spionage vorgeworfen. Ihr Büro fordere, weitere Hinrichtungen im Iran auszusetzen.

Aktivisten und angebliche Spione im Visier

Während des Kriegs mit Israel im Juni und seit Inkrafttreten der Waffenruhe sind Irans Sicherheitsbehörden vehement gegen Aktivisten und angebliche Kollaborateure mit dem Erzfeind vorgegangen. Iranische Medien haben von einer Reihe von Hinrichtungen wegen angeblicher Spionage für Israel berichtet.

Shamdasani ging indirekt auf die möglichen Auswirkungen der israelischen Angriffe ein. Es gebe Phasen, in denen Regierungen abweichende Meinungen und angebliche Bedrohungen noch weniger als sonst tolerierten, erklärte sie. «In diesen Momenten kommt es oft zu einer ansteigenden Tendenz der Unterdrückung», sagte sie. Die Sprecherin wies aber darauf hin, dass auch schon in den Monaten vor dem Krieg die Zahl der Hinrichtungen gestiegen sei.

Kommentare

User #2841 (nicht angemeldet)

Die UNO unterstützt dies ja.

User #5567 (nicht angemeldet)

Andere Länder, andere Sitten, da hat der Westen mit seiner Scheinheiligkeit nichts zu melden. Sollten zuerst selbst bei den eigenen Bahnhöfen für Ordnung sorgen , wäre ein Anfang.

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