UN: Einbruch des afghanischen Bankensystems wäre «kolossal»

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    Die afghanische Wirtschaft könnte zwischen 2021 und 2022 um 30 Prozent schrumpfen. Nun warnte die UN vor einem Einbruch des afghanischen Bankensystems.

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    Menschen drängen sich vor einer Bank in Kabul. Foto: Kabir/Xinhua/dpa - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die UN warnt vor den Folgen eines Zusammenbruchs des afghanischen Bankensystems.
    • Mit dem Einzug der Taliban wurden Reserven der afghanischen Zentralbank eingefroren.
    • Laut Prognosen könnte die afghanische Wirtschaft um bis zu 30 Prozent schrumpfen.

    Die Vereinten Nationen haben vor schweren Folgen eines Zusammenbruchs des afghanischen Bankensystems gewarnt. Die wirtschaftlichen Kosten mit den gesellschaftlichen Folgen seien «kolossal». Dies heisst es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP).

    Je länger die Verzögerung der Wiederherstellung des Finanz- und Bankensystems dauere, desto länger sei die Erholungsphase. Dies aufgrund des folgenden Vertrauensverlusts der internationalen Märkte. Diese Erosion sei schwer zu beheben und könne Jahrzehnte dauern. Der Schutz wenigstens eines Teils des kommerziellen Bankensystems sei zudem notwendig, um humanitäre Hilfe leisten zu können.

    Reserven der afghanischen Zentralbank wurden eingefroren

    Die Taliban hatten nach Beginn des Abzugs der internationalen Nato-Truppen weite Teile Afghanistans erobert. Am 15. August zogen die militanten Islamisten kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem.

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    Trump wird die Schuld am Afghanistan-Choas gegeben. Im Bild: Taliban in Afghanistan. (Archivbild) - keystone

    Gleichzeitig stellten Geberländer Hilfs- und Entwicklungsgelder für das Land ein. Reserven der afghanischen Zentralbank von mehr als 9 Milliarden Dollar wurden eingefroren. Internationale Überweisungen in das Land über das Swift-System sind ausgesetzt.

    Afghanische Wirtschaft könnte um bis zu 30 Prozent schrumpfen

    Seither gibt es keine regulären Dollar-Lieferungen mehr in das Land, was zu einer Liquiditätskrise führte. Kontoinhaber können nur kleine Geldbeträge abheben. Banken haben die Kreditvergabe eingestellt.

    Die Einlagen auf afghanischen Banken sinken bis Jahresende im Vergleich zu Ende 2020 um rund 40 Prozent. Gleichzeitig stiegen die notleidenden Kredite Ende 2020 auf 57 Prozent im September.

    Laut Prognosen des Internationalen Währungsfonds könnte die afghanische Wirtschaft 2021-2022 um bis zu 30 Prozent schrumpfen. Daneben könnten auch die Probleme im Bankensystem die Überlebenswahrscheinlichkeit von kleinen und mittleren Unternehmen verringern. Diese seien für die Bevölkerung entscheidend.

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