Internet

Umstrittenes Internet-Gesetz: Irans Parlamentspräsident beschwichtigt

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Iran,

Nach der beispiellosen Protestwelle gegen ein neues Internet-Gesetz im Iran hat sich der Parlamentspräsident in einer Botschaft um Beschwichtigung bemüht.

Bagher Ghalibaf
Mohammed-Bagher Ghalibaf. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • «Die ganzen Medienberichte diesbezüglich entsprechen nicht den Tatsachen», schrieb Mohammed Bagher Ghalibaf am Donnerstag auf Instagram.

Beliebte Onlinedienste wie Instagram und WhatsApp sollen laut Ghalibaf in dem Gesetz nicht blockiert, sondern deren «technische Parameter» von Experten geprüft werden. Letztendlich werde das Parlament eine rationale Entscheidung treffen, so der Parlamentspräsident, der derzeit in Syrien ist.

Die Hardliner im Parlament hatten am Mittwoch nach langem Hin und Her ihr neues Internet-Gesetz durchgesetzt. Wegen der vielen Streitpunkte wurde darüber aber nicht öffentlich debattiert. Die Details sollen in einem technischen Ausschuss noch finalisiert und danach laut Verfassung dem sogenannten Wächterrat zur endgültigen Bestätigung weitergeleitet werden.

Offiziell geht es in dem Gesetz um die Aufsicht sowie eine Nationalisierung des Internets - also die Schaffung iranischer Alternativen zu beliebten Onlinediensten. Kritiker jedoch halten die Argumentationen im Parlament für juristische Floskeln und den Prozess für eine Ablenkung, um das wahre Ziel - eine Lahmlegung vieler Plattformen - zu vertuschen. Ausserdem sollen laut dem Gesetz alle Internetnutzer registriert und sämtliche VPN-Apps, mit denen Iraner sich über Datentunnel Zugang zu unerlaubten Webseiten verschaffen, verboten werden.

Die parlamentarische Entscheidung hat landesweit eine beispiellose Protestwelle ausgelöst. Auch in Regierungskreisen wurde das Gesetz als irrational und illegitim kritisiert und vor einer Spaltung zwischen Gesellschaft und politischer Führung gewarnt.

Das Internet ist dem islamischen Establishment seit Jahren ein Dorn im Auge, weil es die vom Staat kontrollierten Medien komplett untergraben hat.

Kommentare

Weiterlesen

Ostern
356 Interaktionen
Krieg
ölpreis
446 Interaktionen
Experte erklärt

MEHR IN NEWS

2 Interaktionen
Bern
Capri
Ferieninsel
arbeitslos
9 Interaktionen
3,1 Prozent
lufthansa
4 Interaktionen
Ausfälle drohen

MEHR INTERNET

Teheran
1 Interaktionen
Trotz Waffenruhe
iran
7 Interaktionen
Iran
Russland
92 Interaktionen
Proteste eindämmen?
3 Interaktionen
Teheran

MEHR AUS IRAN

iran
3 Interaktionen
Teheran
9 Interaktionen
Teheran
Chamenei Trump
2'443 Interaktionen
In Pakistan
Iran Kaspisches Meer
4 Interaktionen
Im Kaspischen Meer