Krieg

US-Präsident Trump droht Iran mit Ausweitung der Angriffe

Keystone-SDA
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Deutschland,

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit der Ausweitung der Angriffe gedroht. Der Iran werde heute sehr hart getroffen und bislang nicht ins Visier genommene Gegenden würden für «komplette Zerstörung und sicheren Tod» ernsthaft geprüft, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran werde «in die Hölle geprügelt», schrieb Trump.

US-Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung zum Schutz der Steuerzahler im Indian Treaty Room des Eisenhower Executive Office Building auf dem Gelände des Weißen H...
US-Präsident Donald Trump spricht während einer Veranstaltung zum Schutz der Steuerzahler im Indian Treaty Room des Eisenhower Executive Office Building auf dem Gelände des Weißen H... - Keystone/AP/Jacquelyn Martin

«Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans sind Gegenden und Gruppen von Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter Prüfung für vollständige Zerstörung und sicheren Tod», schrieb Trump. Der Post auf seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt.

In einer Videobotschaft sagte Peseschkian, der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Die bisherigen Angriffe auf Nachbarländer seien «das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure» gewesen.

Seine Bedingungen bedeuten aber auch, dass von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe mehr auf den Iran erfolgen dürfen. Nur wenige Stunden nach der Aussage meldeten mehrere Golfstaaten, sie hätten erneut Raketen und Drohnen abgewehrt. Trump schrieb, die Entschuldigung sei nur wegen der «unerbittlichen Angriffe» der USA und Israels erfolgt.

Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das Land der «Verlierer» der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein, «bis sie sich ergeben, oder, noch wahrscheinlicher, komplett zusammenbrechen». Die umliegenden Länder hätten sich bei ihm bedankt, schrieb Trump.

Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten im Anschluss an Peseschkians Rede laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen. Hardliner im Land, warfen Peseschkian vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, sie hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Irans Revolutionsgarden erklärten, sie hätten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen.

Am Vormittag berichteten iranische Staatsmedien von schweren Schäden im ganzen Land. Betroffen gewesen sollen unter anderem zwei Krankenhäuser in der Provinz Chuzestan im Südwesten des Landes. Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen Brände und grosse Schäden. Auch Militäranlagen in Teheran sowie in Zentral-, West- und Nordwestiran seien attackiert worden. Unabhängige Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht. Die israelische Armee teilte mit, sie habe in Mehrabad 16 Flugzeuge der Al-Kuds-Brigaden zerstört. Die Auslandseinheit der Revolutionsgarden habe mit den Flugzeugen Waffen zur libanesischen Hisbollah-Miliz transportiert. Auch eine ungenannte Zahl an Kampfjets sei am Boden zerstört worden. Zudem sei unter anderem ein unterirdisches Lager für ballistische Raketen sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden in Teheran angegriffen worden.

Im Gegenzug hatte der Iran seine Angriffe auf Israel in der Nacht zu Samstag und den Tag über fortgesetzt. Über Einschläge oder grössere Schäden durch Trümmerteile sowie über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Im Libanon führte die israelische Armee neben den Luftangriffen derweil überraschend auch einen nächtlichen Einsatz mit Militärhubschraubern durch. Spezialtruppen hätten in der Nacht versucht, Details zum israelischen Luftwaffen-Navigator Ron Arad zu finden, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde, teilte die Armee mit. Nach schweren Kämpfen habe es mindestens 26 Tote gegeben, darunter drei libanesische Armeesoldaten, teilten libanesische Medien mit.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warnte den Libanon, das Land werde den «vollen Preis» zahlen, wenn die Hisbollah-Miliz Israel weiterhin bedrohe. Die Regierung in Beirut habe ihre Verpflichtung aus dem Abkommen zum Waffenstillstand vom November 2024, die vom Iran unterstützten Gruppe zu entwaffnen, nicht erfüllt, hiess es in einer Erklärung des israelischen Aussenministeriums.

Am Nachmittag gab es im Norden Israels erneut Luftalarm wegen Raketenangriffen aus dem Libanon, wie israelische Medien berichteten. Ein israelischer Armeesprecher rief unterdessen auf Arabisch mit einem Post auf der Plattform X alle Bewohner des Libanons südlich des Litani-Flusses auf, sich unverzüglich Richtung Norden abzusetzen.

Bisher seien nach einer Schätzung des israelischen Militärs rund 420.000 Menschen innerhalb des Libanons wegen der Angriffe in andere Gegenden geflohen. Südlich des Litani halten sich nach Einschätzung libanesischer Sicherheitskreise noch etwa 100.000 Menschen auf.

Kommentare

User #6263 (nicht angemeldet)

Halbstarken Rhetorik auf einem Schulhof, aber eines US-Präsidenten absolut unwürdig!

User #3457 (nicht angemeldet)

Jetzt gehts erst richtig zur Sache. Riesige breitflächige Brände - die iranischd Oel-Infrastruktur löst sich gleichsam auf.

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