Äthiopiens Regierung hat Berichte über eine Einnahme der strategisch wichtigen Grossstadt Dessie dementiert.
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Äthiopische Flüchtlinge sitzen auf der Ladefläche eines Pick-ups. - sda - Keystone/AP/Marwan Ali

Die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) hatte am Samstag über ihren TV-Sender erklärt, sie habe die in der Amhara-Region gelegene Stadt unter ihre Kontrolle gebracht und marschiere nun auf einen nahe gelegenen Industriestandort zu. Der Informationsdienst der Regierung tat das als Falschnachricht ab und betonte, der Angriff der TPLF sei gescheitert. Unabhängige Angaben gab es nicht, da die Telefonverbindungen nach Dessie unterbrochen waren.

Der militärische Konflikt begann vor rund einem Jahr, als Ministerpräsident Abiy Ahmed anfing, die in der Tigray-Region an der Macht befindliche TPLF zu verdrängen.

Sie dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Seit Anfang August weitete sich der Konflikt auf die Nachbarregionen Afar und Amhara aus. Die Auseinandersetzungen haben zu einer schweren humanitären Krise im Norden des Landes geführt.

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