Die Taliban greifen in mehreren Provinzen im Norden Afghanistans Militärstützpunkte und Kontrollposten an.
Zwei Männer betrachten die Schäden, die nach den Kämpfen zwischen Taliban und Militär in Ghazni hinterlassen wurden.
Zwei Männer betrachten die Schäden, die nach den Kämpfen zwischen Taliban und Militär in Ghazni hinterlassen wurden. - epa
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Das Wichtigste in Kürze

  • In den vergangenen Monaten haben die Taliban ihre Angriffe massiv verstärkt.
  • In der Nacht auf heute Montag hat sie einen weiteren Bezirk erobert.

Die Radikalislamische Taliban haben in der Nacht zu heute Montag erneut mehrere Militäreinrichtungen in Nordafghanistan überrannt und einen weiteren Bezirk erobert. Dabei wurden Dutzende Sicherheitskräfte getötet und verwundet.

Eine Militärbasis, eine Polizeiwache sowie mehrere Kontrollposten im Gebiet Balghali im Zentrum der Provinzhauptstadt Sar-e Pul seien aus drei Richtungen von den Aufständischen angegriffen worden, sagte der Provinzrat Asif Sadiki heute Montag. Dabei seien mindestens 17 Sicherheitskräfte getötet und weitere zehn verwundet worden.

Balghali befinde sich nun unter Kontrolle der Taliban. Laut Sadiki sind dort rund 300 Sicherheitskräfte der Armee und Polizei stationiert. Aktuell bestehe kein Kontakt zu ihnen. Vereinzelte Soldaten hätten in einen anderen Stützpunkt in der Stadt flüchten können. Luftstreitkräfte hätten bereits mit Angriffen begonnen, sagte Sadiki.

«Die Menschen haben grosse Angst»

Der Provinzrat Asadullah Danisch befürchtete, ohne Verstärkung könnte die ganze Stadt Sar-e Pul an die Taliban fallen. «Die Menschen haben grosse Angst», sagte er. Zwei weitere Angehörige der Sicherheitskräfte seien in der Provinz Sar-e Pul bei einem Angriff auf einen Kontrollposten im Bezirk Sajad getötet worden, der gleich im Süden an die Stadt angrenzt, sagte Danisch.

In der nördlichen Provinz Kundus im Bezirk Dascht-e Artschi griffen die Taliban eine gemeinsame Basis von Militär und Polizei an. Dabei seien mindestens 16 Sicherheitskräfte getötet und weitere 18 verwundet worden, sagte der Provinzrat Safiullah Amiri.

In der Nachbarprovinz Dschausdschan konnten die Aufständischen nach zweitägigen Gefechten mit Sicherheitskräften einen Bezirk an der Grenze zu Turkmenistan erobern. Das Bezirkszentrum von Khamiab sei unter Talibankontrolle, sagte der Chef der Geheimdienstabteilung der Polizei der Provinz, Abdul Hafis Choschi. Acht Sicherheitskräfte seien bei den Kämpfen getötet worden, weitere drei seien verletzt worden. Alle Sicherheitskräfte hätten sich in Richtung Provinzhauptstadt Scheberghan zurückgezogen.

In der nördlichen Provinz Samangan wurden bei einem Überfall auf einen Kontrollposten im Bezirk Dara-e Suf-e Pain 14 Polizisten getötet und weitere sechs verletzt, wie der Provinzrat Alim Sadat mitteilte.

In den vergangenen Monaten haben die Taliban ihre Angriffe massiv verstärkt. Dabei töten sie immer wieder Dutzende Sicherheitskräfte. Laut Militärangaben kontrollieren die Aufständischen knapp 14 Prozent der Bezirke des Landes, weitere 30 Prozent sind umkämpft. Andere Quellen sehen allerdings eine höhere Dominanz der Aufständischen.

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