Wahlkampf

    Sorge um Sicherheit der Kandidaten vor Wahlkampf in Brasilien

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    In Brasilien soll bald Luiz Inácio Lula da Silva zum Präsidentschaftskandidaten nominiert werden. Die Sorge um die Sicherheit der Kandidaten wächst.

    Brasilien
    Luiz Inacio Lula da Silva während einer Wahlkampfveranstaltung auf dem Cinelandia-Platz. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Brasilien steigt die Sorge um die Sicherheit der Präsidentschaftskandidaten.
    • Zuletzt gab ein mutmasslicher Bolsonaro-Anhänger tödliche Schüsse auf einen Funktionär ab.
    • Drohungen, Angriffe und Morde von Politikern nehmen seit Bolsonaros Amtszeit zu.

    Kurz vor der Nominierung von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zum Präsidentschaftskandidaten der linken Arbeiterpartei PT in Brasilien wächst die Sorge vor einer Zunahme der Gewalt im Wahlkampf.

    Nach den tödlichen Schüssen eines mutmasslichen Anhängers des rechten Staatschefs Jair Bolsonaro auf einen Funktionär der Arbeiterpartei sagte der Politikwissenschaftler Felipe Borba von der Universität Unirio in Rio de Janeiro der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag (Ortszeit): «Die Erwartungen, die ich habe, sind alles andere als gut. Ich erwarte, dass die politische Gewalt vor der Wahl von jetzt an zunimmt.»

    Bolsonaro soll am Sonntag nominiert werden

    Ex-Präsident Lula soll am Donnerstag als Präsidentschaftskandidat seiner Partei für die Wahl am 2. Oktober nominiert werden, Bolsonaro als Kandidat seiner Partei Partido Liberal in Rio de Janeiro am Sonntag. Ab 16. August ist in Brasilien offiziell Wahlkampf erlaubt.

    Bei der Geburtstagsparty des Schatzmeisters der Arbeiterpartei in Foz do Iguaçu vor rund zehn Tagen hatte ein mutmasslicher Bolsonaro-Anhänger das Feuer auf den Politiker eröffnet, der noch zurückschoss, bevor er seinen Verletzungen erlag. Die Polizei sah dahinter kein politisches Motiv.

    bolsonaro
    Jair Bolsonaro strebt eine zweite Amtszeit an. - AFP

    Politikwissenschaftler Borba hat einen deutlichen Anstieg von Drohungen, Angriffen und Morden von Politikern festgestellt, seit Bolsonaro im Präsidentenamt ist. In einer Studie registrierte er für die erste Hälfte dieses Jahres 214 Fälle von politischer Gewalt im Land, im ersten Halbjahr 2019 waren es 47. «Diese Gewalt bereitet Sorgen, auch weil sie vom Hassdiskurs angespornt wird, besonders von Präsident Bolsonaro», sagte Borba. Kritiker werfen dem Rechtspopulisten, der im Jahr 2018 Opfer einer Messerattacke wurde, vor, mit aufrührerischen Äusserungen und Falschbehauptungen die Polarisierung in Brasilien verstärkt zu haben.

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