Singapur: Laute Musik im Bus kostet jetzt 340 Franken!
Essen, Trinken oder laute Musik im Bus? In Singapur kann das teuer werden. Der Stadtstaat verschärft seine Regeln im öffentlichen Verkehr deutlich.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei leichteren Verstössen beträgt die Busse 340 Franken. Bei schweren Vergehen drohen bis zu 3220 Franken.
- Singapur gilt als Land mit strikten Regeln – der Verkauf von Kaugummi ist seit 1992 verboten.
- Neue Regeln gibt es auch hierzulande: Die SBB-Transportpolizei trägt seit Kurzem Bodycams. Bald darf das vielleicht auch das Kontrollpersonal.
Singapur: Wer künftig im Bus isst, trinkt oder die Füsse auf den Sitz legt, muss tief in die Tasche greifen. Auch laute Musik oder Abfall können bestraft werden. Die Behörden haben neue Regeln eingeführt, die solches Verhalten offiziell unter Strafe stellen, berichtet die BBC.
Bei leichteren Verstössen beträgt die Busse bis zu 500 Singapur-Dollar (340 Franken). Bei schwereren Vergehen – etwa wenn jemand andere Fahrgäste behindert oder gefährdet – drohen Strafen von umgerechnet 3220 Franken.

Die Verkehrsbehörde des Stadtstaates, die Land Transport Authority (LTA), begründet die Massnahmen klar: «Dies wird zu einem sichereren, rücksichtsvolleren und angenehmeren Umfeld im öffentlichen Nahverkehr beitragen.»
Neue Regeln gleichen Bus-Netz dem Bahnnetz an
Die Vorschriften wurden am Montag bekannt gegeben und orientieren sich an bestehenden Regeln für das Bahnnetz. Im Zug gilt das Essverbot bereits seit Jahren.
Im Busbereich waren es bisher interne Richtlinien. Fahrer konnten störende Fahrgäste zum Aussteigen auffordern – Eine gesetzliche Grundlage fehlte.

Nun sind die Verstösse im Gesetz verankert. Wer sich daneben benimmt, kann sofort eine Busse erhalten – ohne Umweg über interne Regeln.
Kontrolleure dürfen Bussen ausstellen – Fahrer nicht
Laut der Verkehrsbehörde LTA dürfen nur befugte Personen die Regeln durchsetzen, etwa Kontrolleure oder Mitarbeitende an Umsteigestationen. Sie können offizielle Verwarnungen ausstellen.
Busfahrer – in Singapur «Captains» genannt – haben diese Befugnis nicht. Sie sollen sich auf das Fahren konzentrieren, dürfen aber eingreifen und Fahrgäste zum Aussteigen auffordern.
In schweren Fällen kann die Polizei hinzugezogen werden.
Singapur gilt als Land mit strikten Verhaltensregeln. Der Verkauf von Kaugummi ist seit 1992 verboten. Auch Rauchen, Littering oder Sachbeschädigung werden streng bestraft.
Auch in der Schweiz sind Massnahmen gegen Fehlverhalten und Gewalt im ÖV ein Thema. Auf Bussen wollten die ÖV-Unternehmen Stand letztes Jahr jedoch nicht setzen.

Stattdessen gibt es Sensibilisierungskampagnen – wie etwa in den Bussen in Thun BE. «Danke an alle, die coole Musik hören, ohne die Playlist zu teilen», hiess es dort auf Plakaten im Bus.
















